Secession Podcast Artists: Ndidi Dike im Gespräch mit Jeanette Pacher
Ndidi Dikes Ausstellung Rare Earth Rare Justice entfaltet sich als raumgreifende Installation, deren Struktur durch die Themen Abwesenheit, Tod und Trauer bestimmt ist. Über ein Jahr lang entwickelte die Künstlerin das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem technischen und kuratorischen Team der Secession. Dank einer „Dialogue Residency“, unterstützt vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, konnte die Künstlerin zwei Monate in Wien verbringen und dort detailliert an den Elementen der Installation sowie an der begleitenden Publikation arbeiten.
Der längere Aufenthalt ermöglichte ihr, nach der Eröffnung der Ausstellungs, über die Arbeit zu reflektieren und zu erleben, wie Besucher*innen mit der ihr interagieren. Weitere Kapitel werden bei Färgfabriken in Stockholm sowie in der Zachęta – Nationalgalerie für Kunst in Warschau präsentiert. Gegen Ende der Residency nahmen Ndidi Dike und Jeanette Pacher diesen Podcast auf, als Teil eines fortlaufenden Dialogs zwischen der Künstlerin und der Kuratorin.
Im Mittelpunkt von Rare Earth Rare Justice steht die fortwährende Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des afrikanischen Kontinents, insbesondere der Abbau von Kobalt in der Demokratischen Republik Kongo. Dike zeichnet die Verantwortung der Rohstoffindustrien für Umweltschäden, Klimawandel, Vertreibung und Konflikte um Bodenschätze nach und deckt auf, wie die weltweite Nachfrage nach Technologie mittels systemischer Gewalt und Plünderung befriedigt wird. Mehr erfahren
Ndidi Dike, in London geboren, ist eine international anerkannte britisch-nigerianische Bildhauerin und multidisziplinäre Künstlerin. Rare Earth Rare Justice ist ihre erste große institutionelle Einzelausstellung in Österreich. In Mixed-Media-Werken, Gemälden, Skulpturen, Collagen, Fotografien, Videos und Installationen untersucht Dike die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen und vor allem das Erbe von Kolonialismus, Postkolonialismus, Fluchtmigration und globalem Kapitalismus, die die moderne Welt prägen.
Zu ihren Einzelausstellungen zählen u.a. Working Through an Impasse, Art Twenty-One, Lagos, NG (2021), In the Guise of Resource Control, Villa Vassilieff, Paris (2017), State of the Nation, National Museum Onikan, Lagos, NG (2016) and Waka-into-Bondage: The Last ¾ Mile, Centre for Contemporary Art CCA, Lagos, NG (2008). Ihre Arbeiten wurden auf Biennalen wie der Sharjah Biennale 16 (2025), dem Nigerianischen Pavillon der 60. Biennale von Venedig (2024), Sonsbeek 20–24 in Arnhem, NL (2021), der Lagos Biennale, NG (2019) sowie der Dak’Art Biennale in Dakar und der 11. Bienal do Mercosul in Porto Alegre, BR (beide 2018) präsentiert.
Dikes Arbeiten sind derzeit außerdem in der viel beachteten Gruppenausstellung Nigerian Modernism: Art and Independence in der Tate Modern in London zu sehen (noch bis 10. Mai 2026).
Jeanette Pacher ist seit 2007 Kuratorin an der Secession. Darüber hinaus ist sie Lehrbeauftragte in der Abteilung für Ortsbezogene Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien, Mitglied des BIG ART Fachbeirats und war von 2023 bis 2025 Mitglied der Jury für KÖR – Kunst im öffentlichen Raum Wien.
Das Dorotheum ist exklusiver Sponsor des Secession Podcasts.
Programmiert vom Vorstand der Secession.
Jingle: Hui Ye mit einem Ausschnitt aus Combat of dreams für Streichquartett und Zuspielung (2016, Christine Lavant Quartett) von Alexander J. Eberhard
Schnitt: Paul Macheck
Produktion: Jeanette Pacher
Ndidi Dike. Foto: Iris Ranzinger