menü
de / en

Tishan Hsu
recent work 2023
1.12.2023 – 11.2.2024

https://secession.at/items/uploads/images/1701333494_Uol6YZme0Gh.jpg

Tishan Hsu, recent work 2023, Ausstellungsansicht, Secession 2023, Foto: Oliver Ottenschläger

"

My concerns in the work were about the body and technology; it was very simple. Many people asked me if I was trying to imagine a future. I felt I was responding to what I saw in the present. 

"
Tishan Hsu

Der US-amerikanische Künstler Tishan Hsu zeigt in seiner Ausstellung recent work 2023 in der Secession ausschließlich neue Werke. Nach seiner ersten großen Retrospektive, die 2020 im Hammer Museum in Los Angeles und im Anschluss am SculptureCenter in Hsus Heimatstadt New York gezeigt wurde, war der Künstler 2022 in der Hauptausstellung The Milk of Dreams der 59. Venedig-Biennale prominent vertreten. Für die letztjährige Carnegie International entwarf er mehrere Großskulpturen, deren Weiterentwicklungen er nun in der Secession zeigt. In der Zusammenschau dieser drei großen Ausstellungen der letzten Jahre lässt sich die künstlerische Entwicklung Hsus in den letzten vier Dekaden ablesen, sowohl im Hinblick auf die Veränderungen bei der Wahl der Techniken und Materialien als auch auf die Konstanz in Bezug auf seine Thematik und Methodik.

 

Hsu beschäftigt sich seit den 1980er-Jahren mit dem Körper in einer technologischen Welt und er verfolgt mit großer Konsequenz, wie sich Körper und Bewusstsein im Austausch mit digitalen Technologien verändern. Hsus aus heutiger Sicht visionäre Wahrnehmung der wechselseitigen Durchdringung von Mensch und Technologie hin zu einem hybriden Wesen wurde als Cyborg-Fantasie in der Science-Fiction-Szene schon lange antizipiert. In der Kunst der 1980er-Jahre fanden diese Ideen wenig Widerhall. 

Hsu, der am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge Architektur studierte, übersiedelte Anfang der 1980er Jahre nach New York und begann dort auszustellen. Die Ausbildung am innovativen und an technischen Entwicklungen der Zukunft forschenden MIT prägten Hsu, der bis heute offen für neue Technologien ist und diese in seine künstlerische Praxis integriert, dabei klassische, „von Hand gemachte“ Techniken und Prozesse beibehält und auch an einer Entschleunigung in der künstlerischen Produktion festhält. Hsus Werke sind stets beides – traditionell gefertigt und gleichzeitig modernste Verfahren einbeziehend. 

 

Diese Offenheit und Experimentierfreude spiegeln sich in der medialen Vielfalt in der Ausstellung wider. Die Großskulptur tablet-skin-screen greift die Form eines aufgeklappten Laptops auf; sie ist vom Künstler bis ins kleinste Detail geplant, aus Metallmodulen industriell gefertigt und beinhaltet Körperabgüsse aus transparentem Acryl. Die hautfarbene Oberflächenbeschichtung der Skulptur verweist auf die Verschmelzung von Mensch und digitalem Interface. Der uns umgebende Raum ist für Hsu wie eine Matrix, aus der alles und überall auftauchen kann – aus den Wänden wachsen Bildkompositionen aus digitalen Mustern mit Silikon-Abgüssen von menschlichen oder tierischen Körperteilen, im Raum scheint Car-Body über dem Boden zu schweben, eine Wand ist mit einer digitalen Mustertapete verkleidet, die Formen aus den Bildern aufgreift. Eine LED-Videowall zeigt den freien Transformationsprozess digital generierter Formen, begleitet von einem Ambient-Sound, der den Raum erfüllt. Die in seinem Werk erforschte und dargestellte Durchdringung von physischen Körpern mit virtuellen digitalen Formen kommt in Hsus Werktiteln wie screen-body-data, pig ear-screen-skin 2, grass-screen-skin / object 3, double-breath-green-2 und Breath 9 zum Ausdruck, die in ihrer deskriptiven Auflistung an wissenschaftliche Versuchsreihen erinnern. Die Zahlen verweisen auf den seriellen Charakter, auf Versionen und Mutationen im Gegensatz zu singulären Erscheinungen. 

 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Musée d’art moderne et contemporain (MAMCO) in Genf, wo ab März 2024 der Großteil der neuen Arbeiten zusammen mit früheren Werken in der bislang größten Retrospektive des Künstlers außerhalb der USA zu sehen sein werden.

Video
Publikation

Digitale Publikation

Tishan Hsu. recent work 2023

Tishan Hsu. recent works 2023, Foto: Iris Ranzinger

Tishan Hsu. recent works 2023, Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungssponsor*in



Künstler*innen
Tishan Hsu

geboren 1951 in Bosten, lebt und arbeitet in New York City.

 

Programmiert vom Vorstand der Secession

Kuratiert von
Bettina Spörr (Secession)

Vereinigung bildender Künstler*innen Wiener Secession
Friedrichstraße 12
1010 Wien
Tel. +43-1-587 53 07