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Lazar Lyutakov
30.6. – 3.9.2023

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Lazar Lyutakov, The incantation of empty events #2, 2021, SIMIAN, Kopenhagen, Ausstellungsansicht, Foto: GRAYSC

Lazar Lyutakov eignet sich vielfach alltägliche Objekte unserer modernen Massenkultur und einfache Industrieerzeugnisse an, um ihre verschiedenen Produktions- und Handelswege zu ergründen. In seinen Werken untersucht er die Bedingungen und Mechanismen des Warentausches samt der damit verknüpften Politik der Wertproduktion sowie die Schnittstellen von Ware und Kunst. Kennzeichnend für seine Arbeitsweise ist dabei stets die intensive Beschäftigung mit der Designgeschichte und mit den Techniken der Präsentation.

 

In der Installation Way of the Sand, die Lyutakov 2019 für den bulgarischen Pavillon der Biennale von Venedig schuf, verwendet er beispielsweise billige Biergläser, die in Vietnam durch Recycling von weggeworfenem und zerbrochenem Glas mit einer einfachen Glasblastechnik manuell hergestellt wurden. Diese Unikate präsentiert er auf einer modularen Struktur aus Plexiglas, das ebenfalls gebrochen ist und so in seiner Materialität den Herstellungsprozess der Biergläser und gegenwärtige Vermarktungsstrategien widerspiegelt. Indem Lyutakov mit den vielfältigen Ambiguitäten zwischen standardisierter Massenware und hochwertigem Objekt der Begierde, zwischen Wegwerfartikel und skulpturalem Objekt spielt, hinterfragt er das Ungleichgewicht eines globalisierten Marktes ebenso wie den Warencharakter von Kunstwerken.

 

In The Incarnation of Empty Events aus dem Jahr 2021 verhandelt er diese Fragestellungen auf ähnliche Weise anhand eines Abfallprodukts aus der Industrie. Von den Abdeckhauben aus Metall, die eigentlich als Bauelement für Wasserboiler konzipiert sind, nimmt der Künstler ausschließlich jene fehlerhaften Stücke, die dem Druck, der für ihre Fertigung notwendig ist, nicht standhielten. Die Reststücke werden wie hochwertige Accessoires oder Hüte aufwendig einzeln verpackt und mit ihren Kartons zu Stapeln arrangiert, so dass sie eine deutliche Aufwertung erfahren. Gezielt markiert Lyutakov dabei seine kritische Distanz, indem er jenen Moment herausarbeitet, in dem das Erhabene ins Lächerliche zu kippen scheint.

 




Künstler*innen
Lazar Lyutakov

geboren 1977 in Shabla, Bulgarien, lebt und arbeitet in Wien.

Programmiert vom Vorstand der Secession

Kuratiert von
Annette Südbeck

Vereinigung bildender Künstler*innen Wiener Secession
Friedrichstraße 12
1010 Wien
Tel. +43-1-587 53 07