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Kresiah Mukwazhi
17.2. – 16.4.2023

https://secession.at/items/uploads/images/1667495656_MJ5Kx78hMlsj.jpg
Kresiah Mukwazhi, Thirst, 2020, Videostill

Die in Zimbabwe und Südafrika ausgebildete Fotografin und bildende Künstlerin Kresiah Mukwazhi arbeitet mit verschiedenen Medien, darunter Mixed-Media-Collage, Skulptur, Performance und Video. Ihre in lebhaften Farben gehaltenen Textilarbeiten, die an große Quilts erinnern, werden üblicherweise lose an die Galeriewände gehängt oder schweben ‒ von der Decke abgehängt ‒ frei im Raum, was ihre Plastizität noch zusätzlich unterstreicht. Mukwazhi kombiniert Materialien wie Leinwand, Satin oder Petticoats, die sie zusammennäht oder -klebt und mit Applikationen wie zum Beispiel Pailletten bestückt. Auf diesem Grund treten mit Acryl- und Stofffarben gemalte Frauenfiguren hervor, die scheinbar vulgäre und obszöne Posen einnehmen, was auf die Untersuchungen der Künstlerin über die beschwerlichen Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiterinnen in der patriarchalen Gesellschaft ihres Heimatlandes Zimbabwe verweist. Da Prostitution oft als letzter Ausweg bleibt, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sind diese Frauen zusätzlicher Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.

 

Vor diesem Hintergrund von Prekarisierung und Marginalisierung schälen sich aus Mukwazhis Arbeit Formen des Widerstands und der Selbstermächtigung heraus. „Power or poverty?“ [Macht oder Armut?] lautet es in einer ihrer Collagen, womit die Künstlerin auch ihr Interesse an Mukando (dt.: „hineinwerfen“ oder „zusammenlegen“), einem von Sexarbeiterinnen entwickelten alternativen Wirtschaftsmodell, bekundet. Die Mukando-Kooperativen, die sich um einen gemeinschaftlichen Topf gebildet haben, helfen ihren Mitgliedern, sich gegenseitig zu unterstützen und eine Form der Selbstorganisation zu etablieren, die den Zusammenhalt in den mittellosen Gemeinschaften festigt und zur Gleichstellung der Geschlechter führt. Gegenseitige Unterstützung und Empowerment sowie Humor als Waffe und Mittel des Widerstands sind wiederkehrende Themen in den Arbeiten der Künstlerin. Sie zeigen Mukwazhis ausgeprägtes Gespür für Textualität und Farbe, stellen das Traumatische neben das Humorvolle. Solche Dissonanzen zuzulassen machen aber auch die Stärke dieses Werks aus.

 

Die Ausstellung von Kresiah Mukwazhi ist eine Zusammenarbeit zwischen der Secession und Nottingham Contemporary, wo diese von 27. Mai bis 3. September 2023 zu sehen sein wird.




Künstler*innen
Kresiah Mukwazhi

geboren 1992 in Harare, lebt und arbeitet in Harare, Zimbabwe.

Programmiert vom Vorstand der Secession

Kuratiert von
Jeanette Pacher

Vereinigung bildender Künstler*innen Wiener Secession
Friedrichstraße 12
1010 Wien
Tel. +43-1-587 53 07