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Pressemappe Mire Lee

Mire Lee
The Heart of My Machine is Golden Lead 
26.6. – 30.8.2026
Erdgeschoss

Pressekonferenz: Mittwoch, 24. Juni 2026, 10 Uhr. Bitte um Anmeldung an: presse@secession.at
Eröffnung: Donnerstag, 25. Juni 2026, 19 Uhr

Mire Lees großformatige Installationen bestehen oft aus undichten Mechanismen und quasi-organischen Strukturen, die auszulaufen und zu verfallen scheinen. Absichtlich defekte motorisierte Elemente scheinen unter ihrem eigenen Betrieb zu ächzen und widersetzen sich so der nahtlosen Effizienz, die man mit der zeitgenössischen Technologieästhetik verbindet. Anstelle polierter Oberflächen und reibungsloser Leistung inszeniert die Künstlerin eine Welt der Widerspenstigkeit, der Reibungsverluste und der Abnutzung. Instabile Materialien, die an Flüssigkeiten oder Ausscheidungen, an Fleisch oder innere Organe erinnern, erscheinen in unheimlichen fabrikähnlichen Szenarien, die alle Sinne der Betrachter*innen mit physisch spürbarer Intensität ansprechen.

In der Secession ist die Luft dick – die Atmosphäre fühlt sich stickig, heiß, wie ermattet an. Der sonst spiegelglatte Boden des Hauptraums weist Spuren einer zähflüssigen Substanz auf, die sich aus einer schrägen Wand ausbreitet und herabfließt, um zu dichten, verkrusteten Formationen zu erstarren. Das Hindernis dient als Sichtschutz, hinter dem sich ein riesiger Betonmischer träge dreht. Von der Maschine geht ein dumpfes, ununterbrochenes Dröhnen wie ein monotoner Puls aus – ihr Bauch ist aufgeschnitten wie eine Wunde, ihr inneres Skelett liegt bloß, zittert, kommt nicht zur Ruhe. Sie wirkt weniger wie ein Werkzeug als wie ein Körper in Not, gefangen in einem Zustand zwanghafter Wiederholung.

Der kinetische Apparat schwankt zwischen Lebendigkeit und Kollaps. Seine groteske Präsenz ist zugleich abstoßend und verwundbar, ja sogar auf seltsame Weise tragisch. In seinem Herzen entfaltet sich ein entropischer Zyklus – ein mechanischer und doch instinktiver Stoffwechsel. PVC-Rohre durchziehen den Raum wie ein Gefäßsystem und pumpen Ton, Wasser und Holzspäne in endlosen Kreisläufen. Die Materialien werden in ein Becken ausgestoßen, nur um wieder angesaugt und erneut in Umlauf gebracht zu werden. 

Mire Lees Skulpturen sind dysfunktionale Körper-Maschinen-Hybride, die in unablässigen Kreisläufen von Produktion und Entkräftung gefangen sind. In diesen Systemen beginnen Grenzen sich aufzulösen: zwischen Mensch und Maschine, Weichem und Hartem, Innen und Außen, Vergangenheit und Gegenwart, Vertrautem und Unheimlichem. Was daraus entsteht, ist kein stabiler Gegensatz, sondern ein ständiges Abgleiten, ein Zustand fortwährender Verwandlung.

Mire Lee, geboren 1988 in Seoul, Südkorea, lebt in Amsterdam, Niederlande, und Seoul.

Programmiert vom Vorstand der Secession
Kuratiert von Haris Giannouras

Foto: Courtesy von Mire Lee

Mire Lees Einzelausstellung wird gleichzeitig in der Secession und im Korea Kulturzentrum Wien gezeigt. Die Ausstellung im Korea Kulturzentrum, unter dem Titel Women I loved 내가 사랑한 여자들, umfasst eine Auswahl der Filmwerke der Künstlerin und ist dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Fragmente der Ausstellung in der Secession werden später im Jahr 2026 Teil eines ortsspezifischen Werks in Oude Kerk, Amsterdam, sein. 

Die Ausstellung wurde durch die Samsung Foundation of Culture ermöglicht. Die begleitende Publikation wurde vom Korea Kulturzentrum Österreich finanziert. Die Secession bedankt sich bei einem Kreis von Förder*innen, die dieses Projekt großzügig unterstützt haben: Sprüth Magers, Tina Kim Gallery, Kursawe Foitzik Hohlweg Rechtsanwälte, Yurica Eun Hee Jeon, Changro Im (Präsident von Euroscope), Sobang Yoo (Geschäftsführerin von SBU & Partners), Callie’s und Palfinger AG. 

Courtesy von Mire Lee



Vereinigung bildender Künstler*innen Wiener Secession
Friedrichstraße 12
1010 Wien
Tel. +43-1-587 53 07