Secession Podcast Artists: Reba Maybury im Gespräch mit Haris Giannouras
Hören Sie Reba Maybury im Gespräch mit dem Kurator Haris Giannouras. Die beiden sprechen unter anderem über ihre neue Ausstellung, über Punk und über Arbeit. Sie wurde am 4. März 2026 aufgenommen, einen Tag vor der Eröffnung von Reba Mayburys Ausstellung I Come in Peace.
Für ihre Einzelausstellung in der Secession arbeitete Maybury an einer neuen Werkgruppe, die sich direkt mit der frauenfeindlichen Geschichte der Institution auseinandersetzt und Klimt als eine in Privilegien und Macht verankerte Figur konfrontiert, als klassischen Prototyp des männlichen künstlerischen Genies. In ihrer Praxis hinterfragt die Künstlerin die Schnittstellen von Feminismus, Sexualität und Macht. Ihre Diskussion berührt die für die Ausstellung entstandenen neuen Werke und thematisiert gleichzeitig Fragen nach Punk, Sex, Arbeit und der geschlechtsspezifischen Seite von Macht.
Reba Maybury ist Künstlerin, Autorin und Domina, die manchmal unter dem Namen Mistress Rebecca arbeitet. Ihre Arbeit untersucht die Spannung zwischen ihrer wahrgenommenen Stärke als Objekt der Fantasie und der Art und Weise, wie sie durch die Realität der Sexarbeit versucht, diese Macht in etwas Greifbares zu verwandeln. Ein Großteil ihrer künstlerischen Praxis wird physisch von ihren Subs unter ihrer Anleitung geschaffen, um die komplizierten Ungleichgewichte in Bezug auf Arbeit in der Sexarbeit, Geschlecht und Anspruchsdenken zu verdeutlichen und um zu versuchen, sich über die Wünsche der Männer hinaus zu stärken, sodass ihr mehr bleibt als nur eine Bezahlung von ihnen. Ihre erste Novelle trägt den Titel Dining with Humpty Dumpty (2017), und in jüngerer Zeit veröffentlichte sie Faster Than an Erection (2021 & 2024), From Paris with Love (2024) sowie Pervert or Detective? (zusammen mit Lucy McKenzie, 2025). Themen wie Kapital, Arbeit, Sexualität, weibliche Perversion, Begehren, Banalität, Lust sowie Bürokratie als Form der Folter und Demütigung sind für ihr Schaffen von zentraler Bedeutung.
Haris Giannouras arbeitet mit Künstler*innen zusammen, um Ausstellungen, Kunstwerke, Publikationen und Veranstaltungen zu realisieren. Derzeit ist er Kurator an der Secession in Wien. Zuvor arbeitete er am MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST in Frankfurt am Main und am Museum Abteiberg in Mönchengladbach. Zu seinen jüngsten Projekten zählen Kooperationen mit Studio for Propositional Cinema, Cana Bilir-Meier, Atelier Bow-Wow, Andrea Büttner, Jamie Crewe, Beatrice Gibson, Onyeka Igwe, Hiwa K, Ghislaine Leung, Duane Linklater, Karī Mugo, Fiona Banner alias The Vanity Press und dem Nachlass von Suzan Pitt.
Das Dorotheum ist exklusiver Sponsor des Secession-Podcasts.
Programmiert vom Vorstand der Secession
Jingle: Hui Ye mit einem Auszug aus Combat of dreams für Streichquartett und Audio-Feed
(2016, Christine Lavant Quartett) von Alexander J. Eberhard
Schnitt: Paul Macheck
Produktion: Jeanette Pacher & Bettina Spörr
Reba Maybury. Foto: Natascha Unkart