/Secession Podcast Artists: June Crespo im Gespräch mit Bettina Spörr
June Crespos skulpturale Assemblagen, die die Künstlerin als kommunizierende Gefäße auffasst, treten in Resonanzbeziehung mit unseren Körpern. Die teils grazilen, teils kraftvollen Arbeiten strahlen dabei stets eine besondere Lebendigkeit aus.
Diese Episode wurde am 12. September 2025 aufgenommen, einen Tag nach der Eröffnung der Ausstellung.
Das Formenvokabular der meisten Werke in der Ausstellung Danzante ist von der Iris und der Strelitzie (Paradiesvogelblume) abgeleitet. Doch geht es der Künstlerin nicht darum, diese Pflanzen darzustellen. Statt als Grundlage einer klassifizierenden symbolischen Ordnung dienen sie als Ausgangspunkte für eine tiefergehende Beschäftigung mit Materialität, die gegenüber der bildhaften Dimension das evokative Potenzial von Oberflächen und Texturen in den Vordergrund rückt. Crespo behandelt ihre Materialien als Akteur*innen und versteht sich eher als Assistentin ihrer eigenen Arbeiten denn als Autoritätsfigur. So bietet sie uns eine im Wortsinn ergreifende Erfahrung dar – eine Begegnung mit Dingen, die uns in unserer leiblichen Existenz berühren und unser Bewusstsein unserer eigenen Gegenwart und ihrer Bruchstückhaftigkeit steigern. Mehr erfahren
June Crespo (Pamplona 1982) lebt und arbeitet in Bilbao. Sie schloss 2005 ihr Studium an der Universität des Baskenlandes (Bilbao) mit einem BFA ab und absolvierte 2017 ein zweijähriges Residencyprogram bei De Ateliers (Amsterdam). Zu ihren Einzelausstellungen gehören: Solar (2025) in der Galerie Ehrhardt Flórez, Madrid; Their weft, the grass (2024) bei 1646.nl, Den Haag; Vascular (2024) im Guggenheim-Museum Bilbao; they saw their house turn into fields (2023) im CA2M, Madrid; Acts of Pulse (2022) im P420, Bologna; entre alguien y algo (2022) bei CarrerasMugica, Bilbao; Am I an Object (2021) PA///KT (Amsterdam); Helmets (2020) Artium, Vitoria-Gasteiz. Kürzlich wurden ihre Arbeiten auch in Gruppenausstellungen gezeigt, darunter: L´écorce (2023) im CRAC-Alsace; The Milk of Dreams (2022) auf der Biennale in Venedig; Fata Morgana (2022) im Jeu de Paume (Paris) und The point of Sculpture (2021) in der Fundación Miró (Barcelona).
Bettina Spörr ist seit 2008 Kuratorin an der Secession, wo sie in enger Zusammenarbeit mit Künstler*innen Ausstellungen konzipiert und realisiert, die die tiefgreifende Wirkung zeitgenössischer Kunst auf die Gesellschaft erkunden. Sie arbeitete mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern an Einzelausstellungen und kuratierte 2010 die Gruppenausstellung where do we go from here?in der Secession.
Das Dorotheum ist exklusiver Sponsor des Secession Podcasts.
Programmiert vom Vorstand der Secession.
Jingle: Hui Ye mit einem Ausschnitt aus Combat of dreams für Streichquartett und Zuspielung (2016, Christine Lavant Quartett) von Alexander J. Eberhard
Schnitt: Paul Macheck
Produktion: Bettina Spörr