Vienna-Copenhagen: Den Frie Udstilling
Eröffnung: 1.5.2026: 17–19 Uhr
2.5.26–7.6.2026
Für die Ausstellung Vienna–Copenhagen. Den Frie Udstilling 2026 laden 45 Mitglieder der Künstler*innenvereinigung Den Frie Udstilling ihre Kolleg*innen der Schwesterinstitution, der Wiener Secession, als Gastaussteller*innen ein. Wie Den Frie wurde auch die Wiener Secession in den 1890er-Jahren gegründet, und beide Institutionen zählen bis heute zu den wenigen Ausstellungshäusern in Europa, die von Künstler*innen betrieben werden. Wie Den Frie Udstilling vereint auch die Wiener Secession einige der bedeutendsten Künstler*innen des Landes unter ihren Mitgliedern. Die Ausstellung bringt mehr als 45 Künstler*innen von Den Frie Udstilling in Dialog mit über 100 österreichischen Kolleg*innen der Wiener Secession. Kuratiert wird die Ausstellung von Kristoffer Akselbo und Henrik Plenge Jakobsen (Den Frie Udstilling) sowie Sofie Thorsen, Michael Part und Jun Yang (Wiener Secession), unterstützt von Clemens Battisti.
Den Frie Udstilling ist Dänemarks älteste Künstler*innenvereinigung und wurde 1891 unter anderem von J.F. Willumsen, Anne Marie Carl-Nielsen, Vilhelm Hammershøi sowie Harald und Agnes Slott-Møller gegründet. Ziel war es, eine Alternative zu den zensierten Ausstellungen in Charlottenborg zu schaffen, die im Zuge der neuen Zeit als akademisch und konservativ wahrgenommen wurden. Die Künstler*innen von Den Frie wandten sich stattdessen der internationalen Kunstszene zu und ließen sich von neuen Bewegungen inspirieren, die mit Motiven, Ästhetiken und Formen experimentierten. 1893 errichtete die Vereinigung das von J.F. Willumsen entworfene Den Frie Udstillingsbygning, das 1898 an seinen heutigen Standort am Oslo Plads verlegt wurde. Das Gebäude gehört zu den ersten in Dänemark, die eigens für Kunstausstellungen konzipiert wurden. Seine einzigartige, tempelartige Architektur spiegelte die radikalen künstlerischen Ausrichtungen der Zeit wider. Über dem Eingang schwebt ein vergoldeter, geflügelter Pegasus mit einem Jüngling auf dem Rücken – ein Motiv, das für Inspiration und künstlerische Freiheit steht.
Seit ihren Anfängen stellen die Künstler*innen von Den Frie Udstilling jährlich gemeinsam im Den Frie Udstillingsbygning aus. Die Vereinigung umfasst bis heute einige der bedeutendsten Künstler*innen des Landes, die allesamt auf experimentelle und forschende Weise arbeiten und so zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der dänischen Kunst beitragen. Darüber hinaus beherbergt das Den Frie Udstillingsbygning weitere Ausstellungen, darunter Präsentationen anderer dänischer Künstler*innenvereinigungen, Auftragsprojekte sowie kuratierte Ausstellungen mit dänischer und internationaler Gegenwartskunst. Über das gesamte Programm hinweg entstehen die Ausstellungen in enger Zusammenarbeit mit den Künstler*innen.
In den letzten Jahren lässt sich ein erneutes Interesse am Modell der Künstler*innenvereinigung beobachten. Die Idee einer von Künstler*innen selbst organisierten Ausstellungsgemeinschaft – unabhängig von institutionellen Agenden und den Marktlogiken des Galeriebetriebs – korrespondiert mit einem wachsenden Interesse an kuratierten Ausstellungen durch Künstler*innen, selbstorganisierten Ausstellungsräumen und anderen kollektiven Formaten. Künstler*innenvereinigungen wurden jedoch häufig als spezifisch dänisches Phänomen wahrgenommen. Mit dieser Ausstellung möchte Den Frie Udstilling zeigen, dass sowohl historisch als auch gegenwärtig internationale Parallelen existieren.
Die Vereinigung bildender Künstler*innen Wiener Secession ist heute in einem der ältesten unabhängigen Ausstellungshäuser der Welt beheimatet, das ebenfalls eigens der zeitgenössischen Kunst gewidmet ist. Ihr Programm mit zehn bis fünfzehn Ausstellungen pro Jahr wird von den Vorstandsmitgliedern der Vereinigung in einem demokratischen Prozess und ausschließlich auf Grundlage künstlerischer Kriterien entwickelt. Ziel ist es, relevante und aktuelle Tendenzen der internationalen und österreichischen Kunst sichtbar zu machen.
Die Wiener Secession wurde wenige Jahre nach Den Frie Udstilling, im Jahr 1897, von einer Gruppe von Künstlern um Gustav Klimt gegründet, die sich vom konservativen Künstlerhaus abgespalten hatten. Klimt wurde zum ersten Präsidenten der Vereinigung; zu den weiteren Gründungsmitgliedern zählten die Maler Kolo Moser und Carl Moll sowie die Architekten Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich. 1898 entwarf Olbrich das Secessionsgebäude als gebautes Manifest – eine Architektur, die das Bekenntnis der neuen Vereinigung zu wegweisenden modernistischen Ideen verkörpert. Das Secessionsgebäude diente als wichtige Inspiration für Willumsens Bau für Den Frie Udstilling.
Die Ausstellung Vienna–Copenhagen präsentiert Werke und Editionen von 125 Künstler*innen in einer dynamischen Präsentation, die das Potenzial kollektiver Formate und kollegialen Austauschs hervorhebt.
Künstler*innen der Secession:
Abdul Sharif Baruwa, Aglaia Konrad, Almut Rink, Andreas Fogarasi, Anja Manfredi, Anna Meyer, Axel Stockburger, Barbara Holub, Barbara Kapusta, Bernhard Fruer, Bruno Mokross, Carola Dertnig, Christian Egger, Ramesch Daha, Christian Hutzinger, Christian Kosmas Mayer, Christian Schwarzwald, Christina Zurfluh, Christoph Weber, Claudia Märzendorfer, Elisabeth Grübl, Eva Schlegel, Fabian Seiz, Florian Pumhösl, Georg Petermichl & Stefan Reiterer with Romana Zöchling, Georgia Creimer, Gerda Lampalzer, Gerwald Rockenschaub, Gilbert Bretterbauer, Günther Selichar, Hans Schabus, Heidrun Holzfeind, Heliane Wiesauer-Reiterer, Irina Lotarevich, Johanna Tinzl & Katrin Hornek, Jojo Gronostay, Josef Trattner, Judith Fegerl, Julie Hayward, Julius Pristauz, Jun Yang, Karl-Heinz Klopf, Katrina Daschner, Klaus Mosettig, Klub Zwei (Simone Bader & Jo Schmeiser) with MAIZ, Lazar Lyutakov & Rada Boukova, Leopold Kessler, Maja Vukoje, Manfred Grübl, ManfreDu Schu, Manuel Gorkiewicz, Maria Bussmann, Maria Theresia Litschauer, Marina Faust, Markus Krottendorfer, Maruša Sagadin, Meina Schellander, Michael Gumhold, Michael Huey, Michael Kienzer, Michael Part, Min Yoon, Miriam Bajtala, Nick Oberthaler, Nicolas Jasmin, Nicole Six & Paul Petritsch, Nika Kupyrova, Nikolaus Gansterer, Nita Tandon, Norbert Pfaffenbichler, Oliver Ressler, Oscar Cueto, Patrick Baumüller, Peter Sandbichler, Peter Zolly, Ralo Mayer, Richard Hoeck, Rini Tandon, Roland Kollnitz, Ryts Monet, Sabina Hörtner, Siegrun Appelt, Siggi Hofer, Sigrid Kurz, Simone Bader, Sofie Thorsen, Sonia Leimer, Sonja Gangl, Stephanie Misa, Susanne Jirkuff, Suse Krawagna, Svenja Deininger, Thomas Baumann, Thomas Feuerstein, Thomas Reinhold, Tom Eller, Ulrike Müller, Ute Müller&Christoph Meier&Robert Schwarz&Lukas Stopczynski, Werner Feiersinger, Werner Kaligofsky, Werner Reiterer, WIENER TIMES – Susanne Schneider & Johannes Schweiger, Wolfgang Capellari, Yein Lee
Künstler*innen von Den Frie:
Ann Lislegaard, Bjørn Nørgaard, Camilla Berner, Danh Vo, Ebbe Stub Wittrup, Elle Klarskov Jørgensen, Elsebeth Jørgensen, Finn Reinbothe, FOS, Freddie A. Lerche, Glenn Sorensen, Henriette Heise, Henrik B. Andersen, Henrik Plenge Jakobsen, Jane Jin Kaisen, Jason Dodge, Jytte Høy, Jørgen Michaelsen, Kasper Akhøj, Kirsten Lockenwitz, Kirsten Ortwed, Kristoffer Akselbo, Lars Bent Petersen, Leif Kath, Lis Nogel, Margrete Sørensen, Maria Finn, Martin Erik Andersen, Mette Winckelmann, Mikkel Carl, Milena Bonifacini, Molly Haslund, Morten Stræde, Nanna Abell, Pernille With Madsen, Peter Holst Henckel, Pia Rönicke, Poul Pedersen, Signe Guttormsen, Simon Dybbroe Møller, Simon Starling, Svend Danielsen, Søren Elgaard, Søren Jensen, Søren Lose, Tamar Guimarães, Thorbjørn Lausten, Torben Ebbesen, Torben Ribe, Uffe Isolotto, Ulrik Heltoft, Yvette Brackman.
Die Ausstellung wird großzügig unterstützt von dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport der Republik Österreich, Bildrecht, Österreich; Danish Arts Foundation; Augustinus Foundation; Danish Tennis Foundation; Knud Højgaards Fond; Österreichische Botschaft Kopenhagen.