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Reba Maybury

I Come in Peace
6.3. – 31.5.2026
Reba Maybury, I Come in Peace, Ausstellungsansicht, Secession 2026. Foto: Lisa Rastl

Reba Maybury, I Come in Peace, Ausstellungsansicht, Secession 2026. Foto: Lisa Rastl

Reba Maybury ist eine Künstlerin.
Sie schreibt auch Texte.
Sie arbeitet als politische Domina.

Als Domina verwendet Maybury diesen Namen:
Mistress Rebecca
Mistress ist Englisch und bedeutet: 
Herrin

Domina bedeutet: 
Eine Frau hat eine „spezielle“ sexuelle Rolle.
Sie hat die Macht über eine andere Person.
Die andere Person nennt man „Sub“.
Sub ist Englisch und heißt: „unter“
Der „Sub“ ist der Domina unter-worfen.

In Mayburys Kunst geht es um:

Feminismus, 
Sexualität, 
Arbeit 
und Macht.
Feminismus bedeutet: 
Alle Geschlechter sollen gleichberechtigt sein.

Die Ausstellung von Reba Maybury heißt I Come in Peace.
Das ist Englisch und heißt:
Ich komme in Frieden.

Die Ausstellung hat verschiedene Orte:
Ein Ort ist außen am Haus.
Ein Ort ist im Eingangs-raum.
Ein Ort ist im Ober-geschoss.
Ein Ort ist beim Beethoven-fries.

Der Beethoven-fries ist ein Haupt-werk von Gustav Klimt.
Ein Fries schmückt eine Wand.
Ein Fries ist meistens ein schmaler Streifen.
Der Beethoven-fries ist ein Höhe-Punkt des Jugend-stils.
Jugend-stil ist eine Kunst-form vor mehr als 100 Jahren.

Die Geschichte der Secession

Für die Aus-stellung denkt Maybury über die Geschichte der Secession nach.
Die Secession wurde während des Jugend-stils gegründet.
Die Bilder des Jugend-stils zeigen oft Frauen.
Frauen waren häufig nur schön.
Frauen hatten wenig Macht.

Die Secession wurde nur von Männern gegründet. 
Zum Beispiel von Gustav Klimt.
Frauen durften lange keine Mit-glieder sein.
Das änderte sich erst 1949.

Diese Geschichte ist wichtig für Mayburys Aus-stellung.

Maybury hat sich eine Frage gestellt:

Wie dominiert man Gustav Klimt?

Dominieren heißt:
Eine Person hat die Macht.
Diese Person bestimmt.
Die andere Person hört zu und gehorcht.

Dominieren kann freiwillig sein.
Alle Beteiligten sind einverstanden.

Dominieren kann auch kritisch gemeint sein.
Es wird gefragt:
Wer hat Macht?
Wer hat keine Macht?

In der Ausstellung heißt dominieren auch:
Macht sichtbar machen.
Macht hinter-fragen.

Die Schrift am Haus

Am Haus stehen zwölf Namen.
Die Namen sind aus dem Internet.

Die Namen kommen von Männern.
Die Männer schreiben über Sex-arbeiterinnen in Wien.
Sex-arbeiterinnen arbeiten mit ihrem Körper oder mit Nähe.

Sie bieten zum Beispiel an:
Gespräche.
Begleitung.
Berührungen.
Oder Sex.

Dafür bekommen sie Geld.
Das ist ihre Arbeit.

Die Männer im Internet berichten über ihre Erfahrungen mit diesen Frauen.

Die Namen sind in goldener Schrift.
Die Schrift passt zum Haus.

Die Zahl zwölf ist wichtig.
Zwölf Männer gründeten die Secession.

Die Künstlerin verbindet Privates und Öffentliches.
Sie zeigt Macht in der Gesellschaft.

Im Eingangs-raum

Im Eingangsraum gibt es eine Decke aus Glas.

Auf dem Glas sieht man Spuren von Lippen.

Die Künstlerin hatte einem männlichen Sub einen Befehl gegeben:
Klettere nach oben und küsse das Glas.

Die Glasdecke steht für Grenzen.
Frauen haben oft weniger Zugang zu Macht.
 

Im Ober-geschoss

Im Raum liegen Kleider auf dem Boden.
Es gibt zwölf Kleiderhaufen.

Die Kleidung gehört Männern.
Die Männer arbeiteten für die Künstlerin.

Auch hier hat die Künstlerin einem Sub einen Befehl gegeben:
Zieh dich aus. 
Ziehe fremde Kleidung an.
Ziehe die Kleidung wieder aus und lasse sie zu Boden fallen. 
So entstanden die Haufen.
Im Raum riecht es nach Männer-parfum.

Der Beethoven-fries

Viele Menschen kommen wegen des Beethoven-frieses.

Für Mayburys Ausstellung malten Männer den Fries nach.
Sie benutzten Malen nach Zahlen.

Die kleinen Bilder sind in einem Modell des Raumes.

Die Arbeit stellt Fragen.
Wer darf und kann Kunst machen?
Wer gilt als Genie?
Ein Genie ist ein sehr begabter Mensch.

Ein Genie kann etwas besonders gut.
Zum Beispiel: malen

Das Wort Genie ist nicht neutral.
Es hat eine Geschichte.
Und diese Geschichte ist oft unfair.

Früher sagte man oft:
Genies sind Männer.

Viele berühmte Künstler und Forscher waren Männer.
Frauen nannte man selten Genie.
Auch wenn sie sehr gut waren.
Das ist auch heute noch manchmal so.

Die Ausstellung wurde unterstützt von:
der Danish Arts Foundation
der Fake Foundation
 

Danke an: 
Company Gallery und Galerie Isabella Bortolozzi




Künstler*innen

Reba Maybury

 wurde 1990 in Oxford, UK, geboren und lebt in Dänemark.

Programmiert vom Vorstand der Secession


Kuratiert von

Haris Giannouras

Vereinigung bildender Künstler*innen Wiener Secession
Friedrichstraße 12
1010 Wien
Tel. +43-1-587 53 07