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Ndidi Dike
Rare Earth Rare Justice
6.3. – 31.5.2026

Ndidi Dike, Rare Earth Rare Justice, Ausstellungsansicht, Secession 2026. Foto: Iris Ranzinger

Ndidi Dike, Rare Earth Rare Justice, Ausstellungsansicht, Secession 2026. Foto: Iris Ranzinger

Das ist Ndidi Dikes erste große Einzel-aus-stellung in Österreich.

Ndidi Dike ist britisch-nigerianisch. 
Sie wurde in London geboren.
Heute lebt sie in Lagos in Nigeria.
Das ist ein Land in West-afrika.

Ihre Kunst beschäftigt sich mit wichtigen Fragen:
Wie leben Menschen heute?
Wer hat Macht?
Wer wird aus-gebeutet?

Aus-beutung bedeutet:
Ein Mensch oder eine Gruppe wird unfair behandelt,
damit andere Menschen Vorteile haben.

Bei Ausbeutung geht es oft um Arbeit und Geld.

Zum Beispiel:
Menschen arbeiten sehr viel.
Sie bekommen aber sehr wenig Geld.
Oder die Arbeit ist gefährlich.

Auch die Natur kann ausgebeutet werden.
Das bedeutet:
Menschen nehmen Sachen aus der Natur.
Oft nehmen sie mehr, als die Natur wieder herstellen kann.

 

Die Ausstellung heißt Rare Earth Rare Justice.
Das ist Englisch und heißt: 
Seltene Erden, rare Gerechtigkeit
Seltene Erden sind Metalle.
Man findet sie im Boden und in Gestein.
Warum heißen sie trotzdem „Erden“?
Früher kannten Menschen diese Metalle noch nicht gut.
Sie fanden sie nur als Pulver im Gestein.
Dieses Pulver sah aus wie Erde.

Diese Metalle sind sehr wichtig für Technik.
Zum Beispiel für:

  • Handys
  • Computer
  • Batterien
  • Elektro-Autos
  •  

Kolonialismus und Kapitalismus

 

Ein wichtiges Thema ist die Geschichte von Kolonialismus und Kapitalismus.

Kolonialismus und Kapitalismus hängen eng zusammen.

Kapitalismus ist ein wirt-schaftliches und politisches System.

Es beeinflusst, wie wir unser Leben führen.

Das Ziel im Kapitalismus ist:
Möglichst viel Geld machen.

Firmen verkaufen Waren oder Arbeit.
Sie wollen mehr Geld ein-nehmen, als sie ausgeben.

Manche Menschen werden dadurch sehr reich.
Andere verdienen wenig Geld.

Kolonialismus bedeutet:

Länder aus dem Globalen Norden haben Orte im Globalen Süden erobert. 
Ein erobertes Land nennt man Kolonie.

Globaler Norden heißt:
reiche und mächtige Länder auf der Welt.

Zum Beispiel:
Viele Länder in Europa und Nordamerika. 

Zum Beispiel:
Frankreich
Großbritannien
Holland
die Schweiz
Deutschland
Österreich
USA
Kanada

Diese Länder haben oft:
viel politische Macht.
viel Geld.
viel Industrie.
Viele dieser Länder hatten Kolonien.

Im Kolonialismus wurden Menschen wie Waren verkauft. 
Man nennt das Sklaverei. 

Menschen vom afrikanischen Kontinent wurden verschleppt:
nach Amerika und Europa.
Sie mussten auf Plantagen oder in Minen arbeiten. 
Sie wurden nicht dafür bezahlt.
Sie wurden gewalt-tätig behandelt und viele starben.

Das merkt man bis heute.

Viele Firmen aus dem Globalen Norden beuten Roh-stoffe und Arbeit im Globalen Süden aus.
Roh-stoffe sind Dinge aus der Natur.
Zum Beispiel: 
Erdöl
Erdgas
Metalle
Salz.
Sie sind begrenzt vorhanden. 
Der Mensch verarbeitet sie.

Damit verdienen viele Firmen viel Geld. 

 

Worum geht es in der Aus-stellung?

 

Im Mittelpunkt steht die Aus-beutung von Roh-stoffen auf dem afrikanischen Kontinent.
Besonders im Kongo.

Kongo ist ein Land in Zentral-afrika. 
Kongo war eine Kolonie von Belgien.

Dort wird Kobalt abgebaut.
Dieses Material ist eine seltene Erde.
Es ist blau.
Man braucht es für die Batterien von Elektro-Autos.

Der Abbau ist oft gefährlich.
Dort arbeiten oft Frauen, Kinder und junge Menschen.
Sie arbeiten lange.
Die Arbeit ist schwer.
Sie verdienen wenig Geld.

Die Natur wird zerstört.
Viele Menschen verlieren ihr Zuhause.
Das führt zu Gewalt und Konflikten.

Die Ausstellung zeigt:
Der Alltag und die Technik in reichen Ländern haben einen Preis.
Andere Menschen leiden dafür.

 

Tod und Gewalt

 

In der Mitte hängt ein großes Objekt von der Decke.
Es besteht aus vielen Nacken-stützen aus einem Autopsie-Raum.
In einem Autopsie-Raum werden Tote untersucht.

Das Objekt erinnert an die Patrone eines Gewehrs.
Es steht für Gewalt und Tod.
Es erinnert auch an Pläne von alten Schiffen.
Mit diesen Schiffen wurden versklavte Menschen transportiert.

Das Kunstwerk erzählt von Vergangenheit und Gegenwart.
Von Sklaverei früher.
Und von neuer Aus-beutung heute.

Die Arbeit zeigt die Gewalt nicht direkt.
Das Publikum soll sich eigene Bilder vorstellen.

 

Landschaften

 

Um die Skulptur herum sieht man Landschaften in drei Farben:
weiß, rot und blau.

Weiß steht für Macht von weißen Menschen in westlichen Ländern.
Rot steht für die rote Erde in Nigeria.
Blau steht für Minen.
Dort wird nach Kobalt gegraben.

Die Farben erinnern auch an Flaggen von reichen Ländern.
Diese Länder verdienen Geld mit Roh-stoffen in Afrika.
 

Klang

 

Im Raum hört man ein Geräusch.
Es klingt wie Maschinen, die Geld-scheine zählen.

Es zeigt:
Menschen und Natur werden für Geld und Gewinn ausgebeutet.
 

Roll-stuhl

 

Im Raum steht ein Roll-stuhl.

Der Sitz ist aus leeren Patronen-hülsen geflochten.
Patronen-hülsen sind Teile von Schuss-waffen.

Der Roll-stuhl steht für verletzte Körper.
Für Menschen, die Schaden genommen haben.

Die Aus-stellung stellt eine wichtige Frage:
Wo ist Gerechtigkeit?
Für die Menschen, deren Land, Arbeit und Leben genommen werden?

Gerechtigkeit bedeutet:
Alle Menschen sollen fair behandelt werden.
Jeder Mensch ist gleich viel wert.

Ndidi Dike wurde in London, UK, geboren.
Sie lebt in Lagos, Nigeria.

Ausgewählt vom Vorstand der Secession.
Erarbeitet mit Jeanette Pacher.

 

Die Ausstellung Rare Earth Rare Justice entstand zusammen mit Färgfabriken in Stockholm in Schweden.
Färgfabriken ist ein Haus für Ausstellungen.
Neue Teile der Ausstellung werden 2026 dort gezeigt.
Und 2027 in der Zachęta – Nationalgalerie für Kunst in Warschau in Polen.

Die neuen Arbeiten von Ndidi Dike wurden gemeinsam von allen Partnern in Auftrag gegeben.

Das Bundes-ministerium für europäische und internationale Angelegen-heiten hat das Projekt unterstützt. 

Das Programm heißt „Dialog-Residenz“.

So konnte die Künstlerin ihre Ausstellung auch in Wien entwickeln.




Künstler*innen
Ndidi Dike

 wurde in London, UK, geboren und lebt in Lagos, Nigeria.

Programmiert vom Vorstand der Secession

Kuratiert von
Jeanette Pacher

Vereinigung bildender Künstler*innen Wiener Secession
Friedrichstraße 12
1010 Wien
Tel. +43-1-587 53 07