Marianna Simnett
Die Ausstellung von Marianna Simnett heißt Circus.
Das ist Englisch und bedeutet: Zirkus.
Wir sehen Arbeiten mit:
Licht,
Klang
und Objekten.
Die Künstlerin bezieht sich auf ihre eigene Geschichte.
Ein Teil ihrer Familie kommt aus dem ehe-maligen Jugoslawien.
Jugoslawien war früher ein Land im Süd-osten von Europa.
Marianna Simnett arbeitet mit starken körperlichen Erfahrungen.
Zum Beispiel mit:
Ohnmacht,
Lachen oder
dem Gefühl von Kitzeln.
Sie untersucht Lust und Schmerz.
Neon-lichter
Als Kind hatte sie immer wieder eine Fantasie:
Sie sah eine Frau.
Diese Frau hebt ihren Rock und pinkelt.
Damit vertreibt sie böse Geister.
Diese Frau gibt es auch in alten Geschichten.
Diese Figuren können gefährlich sein.
Sie können aber auch schützen.
Diese Figur erscheint in der Aus-stellung als Neon-licht.
Neon-licht ist ein sehr helles, künstliches Licht.
Das Licht wirkt wie ein eigener Körper im Raum.
Ein Rock über den Köpfen
Ein blauer, leuchtender Rock dreht sich über dem Publikum.
Dazu hört man das Lachen der Künstlerin.
Die Künstlerin wurde 4 Stunden lang gekitzelt.
Sie war danach sehr erschöpft.
Das Lachen klingt dunkel und un-heimlich.
Die ständige Bewegung des Rocks ist gruselig.
Der Titel heißt Catherine Wheel.
Das ist Englisch und bedeutet: Ketten-rad.
Das bezieht sich auf zwei Dinge:
Auf ein altes Folter-instrument.
Auf ein buntes Feuer-werk.
Es geht um Freude und Angst.
Der Körper selbst ist in der Arbeit nicht zu sehen.
Aber man spürt ihn.
Ohnmacht und Licht
In diesem Raum sehen wir große Lichter.
Wir hören den Atem der Künstlerin.
Das Licht wird heller und dunkler.
Es bewegt sich gemein-sam mit dem Atem.
Die Erfahrung ist sehr intensiv und anstrengend.
Das Atmen wurde vorher auf-genommen.
Damals wurde die Künstlerin 4-mal ohnmächtig.
Sie hat das absichtlich gemacht.
Sie atmete sehr schnell, bis sie zusammen-brach.
Diese Arbeit erinnert an ihren Groß-vater.
Er war Jude.
Er überlebte den 2. Weltkrieg.
Er sollte erschossen werden.
Da fiel er in Ohnmacht.
Die Täter hielten ihn für tot.
So über-lebte er.
Die Arbeit kritisiert auch die Geschichte der Medizin.
Früher hat man gedacht:
Ohnmächtige Frauen sind krank oder hysterisch.
Hysterisch ist ein altes Wort.
Früher benutzte man es für Menschen, die sehr starke Gefühle zeigen.
Man beobachtete und kontrollierte die Körper von Frauen.
Das war Ausdruck von Macht.
Marianna Simnett zeigt Ohnmacht anders.
Nicht als Schwäche.
Sondern als Stärke.
Die Besucher*innen sollen nicht nur schauen.
Sie sollen die Situation körperlich spüren.
Fantasie und Spiel
Simnetts Arbeiten sind persönlich.
Sie interessiert sich auch für kollektive Geschichte.
Kollektive Geschichte heißt:
die gemeinsame Geschichte von vielen Menschen.
Fantasie, Spiel und starke Gefühle sind wichtig in der Ausstellung.
Sie helfen dabei, Kraft zu gewinnen.
Simona Petrova-Vassileva hat die Aus-stellung unterstützt.
Künstler*innen
wurde 1986 in London, UK, geboren und lebt in New York, USA, und Berlin, Deutschland.