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Jordan Strafer
17.2. – 16.4.2023

https://secession.at/items/uploads/images/1667498053_EYy3UR7nfnyE.jpg
Jordan Strafer, Untitled, 2022

Jordan Strafer ist eine in Brooklyn (New York) lebende Künstlerin, die vorwiegend mit Video arbeitet. Ihre Auseinandersetzungen gehen meist von ihr selbst und Geschichten aus ihrer Familie aus, verweisen aber gleichzeitig auf eine Welt, in der sich die komplexe Natur von ethnischer Identität, Geschlecht, Sexualität, Klasse und ‚Amerikanismus‘ widerspiegelt. Ein zentraler Aspekt ihres künstlerischen Schaffens ergibt sich aus der sorgfältigen, dennoch spielerischen Choreografie von eigentlich konträren Emotionen. In ungewohnter Dichte schafft sie zugleich humorvolle und tragische, intime und sachliche, vertraute und ungewohnte, abstoßende und anziehende Situationen. Ausgehend von wahren Geschichten macht sie sichtbar, dass Realitäten selten dualistisch sind.

 

In ihren jüngeren Arbeiten tritt die Künstlerin immer weniger selbst als Darstellerin auf. Maskenbild, Kulisse und Requisiten kommt neben den Protagonist*innen eine eigenständige Rolle zu. Die wiederkehrende Verwendung von stilistischen Mitteln wie selbstgemachten Puppen, Masken, Gesichtsbemalung, Miniaturdarstellungen oder Attrappen betont die künstliche Beschaffenheit der Szene. Die oft absurd wirkenden Situationen lenken den Blick von der Handlung auf unsere Wahrnehmung um und erlauben durch ihre eindeutig inszenierte, verfremdete Form eine kritische Distanz von einer von fragwürdigen Moralvorstellungen und Ungerechtigkeiten geprägten Gesellschaft.

 

Für ihre Ausstellung in der Secession produziert die Künstlerin einen neuen Kurzfilm, der eine Affäre zwischen einem Strafverteidiger und einer Geschworenen während eines in den 1990er Jahren in den USA vielbeachteten Vergewaltigungsprozesses behandelt. Anstatt den Prozess nachzustellen, konzentriert sich der Film auf die Affäre als potenzielle Bruchstelle im Justizsystem. Strafer stellt den Verlust von jeglicher Struktur und Ordnung dar und zeigt den Machtmissbrauch, die Gier und Korruption auf, die der verhandelten Vergewaltigung zugrunde lagen. Der Film verweist auf das damals sehr beliebte Genre des erotischen Thrillers und stellt die zutiefst ambivalenten Gefühle von Angst und Verlangen gegenüber.

 

Eine Kooperation von Secession, Wien, Index – The Swedish Contemporary Art Foundation, Stockholm, und KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Berlin.




Künstler*innen
Jordan Strafer

geboren 1990 in Miami. Lebt und arbeitet in New York.

Programmiert vom Vorstand der Secession

Kuratiert von
Christian Lübbert

Vereinigung bildender Künstler*innen Wiener Secession
Friedrichstraße 12
1010 Wien
Tel. +43-1-587 53 07