Jake Elwes
Jake Elwes arbeitet an der Schnittstelle von maschinellem Lernen, Ästhetik und Ethik und betrachtet KI nicht als autonomes System, sondern als von menschlichen Vorurteilen und Wünschen geprägte Technologie. In Bewegtbild, Ton und Performance untersuchen die Arbeiten, wie KI Bilder, Identitäten und Erzählungen erzeugt – und rücken deren verführerische Eigenschaften wie strukturelle Grenzen in den Vordergrund.
Im Mittelpunkt von Elwes’ Praxis steht eine kritische Auseinandersetzung mit den Datensätzen und Rahmenbedingungen, die dem maschinellen Lernen zugrunde liegen. Mittels Rekonfiguration dieser Inputs werden ihre impliziten normativen Annahmen aufgedeckt, insbesondere die Dominanz von Cisgender- und heteronormativen Repräsentationen. Die Arbeiten destabilisieren diese Systeme von innen heraus und führen Momente der Mehrdeutigkeit und des Überschusses ein, die KI als einen Ort offenbaren, an dem kulturelle Werte reproduziert werden, aber auch strittig sind. In Arbeiten wie The Zizi Show (2020) – einem Deepfake-Drag-Cabaret – verschmelzen Identitäten, Gesten lösen sich auf und das technische Gerüst wird sichtbar. Ein anderes Projekt, Terms & Conditions Opera (2024), füttert KI-Systeme mit ihren eigenen rechtlichen Rahmenbedingungen und verwandelt die Geschäftsbedingungen in eine Oper, die das Augenmerk vom Ergebnis auf die es bestimmenden Strukturen lenkt. Während Elwes’ Arbeiten KI oft als Mitwirkende inszenieren, weigern sie sich, der Maschine Handlungsfähigkeit zuzuschreiben, und legen den Fokus beharrlich auf die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen, die die technologische Produktion prägen.
Künstler*innen
wurde 1993 in London, UK, geboren und lebt in London.