JJJJJerome Ellis
In einem Gespräch mit der Künstlerin Christine Sun Kim sagt JJJJJerome Ellis:
„Meine Mutter hat mir einen Satz aus der Bibel beigebracht:
,Betet immer.‘
Dieser Satz ist für mich wichtig.
Er begleitet mich bis heute.
Deshalb denke ich jeden Tag an meine Vorfahr*innen.
Ich kann für sie beten.
Oder ich kann an sie denken.“
JJJJJerome Ellis macht Musik.
Ellis schreibt Gedichte und Texte.
Ellis macht Ausstellungen.
In den Arbeiten von Ellis geht es oft um das Leben von Schwarzen Menschen.
Es geht auch um Sprache und Spiritualität.
Spiritualität bedeutet:
Manche Menschen glauben an etwas,
das größer ist als sie selbst.
Zum Beispiel an Gott.
Oder an eine andere besondere Kraft.
Die Arbeiten von Ellis laden Menschen ein,
gemeinsam zuzuhören,
nachzudenken
und sich zu erinnern.
Ein Kalender
Die Aus-stellung in der Secession zeigt einen großen Kalender.
Dafür hat Ellis Blätter aus Papier gestaltet.
Jedes Blatt steht für einen Tag von Beginn bis zum Ende der Aus-stellung.
Die Idee für den Kalender kommt aus der Kindheit.
Die Mutter von Ellis las jeden Tag aus einem religiösen Buch vor.
Das tägliche Lesen war für Ellis wichtig.
Auch sein Kalender erinnert jeden Tag an etwas.
Flucht und Freiheit
Auf den Blättern stehen Namen.
Diese Namen gehören Menschen,
die früher versklavt waren und die fliehen konnten.
Versklavt bedeutet:
Andere Menschen nahmen ihnen ihre Freiheit.
Sie mussten für andere arbeiten.
Sie durften nicht selbst über ihr Leben entscheiden.
Auf jedem Blatt stehen neben dem Namen der Tag und der Ort ihrer Flucht.
Auf jedes Blatt hat Ellis eine Blume gemalt.
Ellis möchte:
Diese Menschen sollen nicht vergessen werden.
So sieht die Aus-stellung aus
Die Papier-blätter hängen mit kleinen Magneten an der Wand.
Die Wände sind voll bedeckt.
Wenn Besucher*innen durch den Raum gehen,
bewegen sich die Blätter leicht.
Dadurch wirkt die Aus-stellung lebendig.
Im Aus-stellungs-raum hört man die Stimme von Ellis.
Die Stimme erklärt die Aus-stellung.
Sie liest die Namen laut vor.
Das Ober-geschoss ist nicht mit dem Lift erreichbar.
Darum gibt es unten auch Kopien der Blätter.
Diese Blätter kann man ansehen.
Und man kann sie in die Hände nehmen.
Zeitungs-anzeigen
Im Jahr 2020 begann Ellis nach Informationen zu suchen.
Ellis fand alte Zeitungs-anzeigen.
In den Anzeigen suchten Menschen nach geflohenen Versklavten.
Die Anzeigen beschrieben die geflohenen Menschen.
Oft wurde auch Geld für ihre Gefangen-nahme versprochen.
Ellis suchte viele dieser Anzeigen in Archiven.
Für Ellis sind die Menschen aus diesen Anzeigen Vorfahr*innen.
Vorfahr*innen sind Menschen,
die vor langer Zeit gelebt haben.
Für Ellis gehören dazu auch Menschen,
an deren Leben und Geschichte Ellis erinnert.
Dieser Text wurde geprüft von der Gruppe ExAkt, Lebenshilfe Wien.
Zusammen-arbeit
Die Aus-stellung entstand in Zusammen-arbeit mit
Index in Stockholm
und KINDL in Berlin.


Künstler*innen
wurde 1989 in den USA geboren und lebt in Norfolk, Virginia, USA.