Onyeka Igwe
Onyeka Igwe ist eine Künstlerin und lebt in London.
Ihre Familie kommt ursprünglich aus Nigeria in Westafrika.
Igwe macht Filme und Installationen.
Installationen sind Kunstwerke.
Installationen verbinden sich mit dem Raum.
Man kann sich in ihnen bewegen.
Das Archiv
Igwe arbeitet mit Archiven.
Ein Archiv ist ein Ort für alte Bilder, Filme und Dokumente.
Igwe sagt:
In einem Archiv ist nicht die ganze Wahrheit.
Dort gibt es Lücken.
Es fehlen Dinge.
Manches wurde absichtlich versteckt.
In ihren Arbeiten geht es auch um Kolonialismus.
Kolonialismus bedeutet:
Ein Land erobert ein anderes Land.
Ein erobertes Land nennt man Kolonie.
Die Eroberer nennt man Kolonialisten.
Viele Länder in Afrika waren Kolonien von europäischen Ländern.
Die Menschen in den Kolonien wurden gewalt-tätig behandelt und viele starben.
Die Kolonialisten feierten ihre Macht.
Sie machten Fotos und Filme.
Sie sammelten Texte und Unterlagen.
Heute liegen diese Dinge oft in Archiven.
No Archive Can Restore this Chorus of (Diasporic) Shame
In der Secession sieht man zwei Filme von Igwe.
Sie gehören zusammen.
Sie heißen: No Archive Can Restore this Chorus of (Diasporic) Shame
Das ist Englisch und heißt:
„Kein Archiv kann diesen Chor der (diasporischen) Scham wiederherstellen“.
Wiederherstellen bedeutet: ganz machen oder heilen.
Ein Chor ist eine Gruppe von Menschen.
Sie singen gemeinsam.
Diasporisch bedeutet:
Menschen und Familien leben weit weg von ihrem Herkunfts-Land.
Scham ist ein unangenehmes Gefühl.
Man fühlt sich klein, unsicher oder verletzt.
Ein Film ist auf dem Fenster zu sehen.
Er verbindet sich mit dem Gebäude der Secession und der Stadt draußen.
Der Film zeigt ein altes Haus in Lagos in Nigeria.
In diesem Haus war die „Nigerian Film Unit“.
Die Nigerian Film Unit war eine staatliche Filmstelle.
Sie war Teil der Kolonial-herrschaft.
Herrschaft bedeutet:
Eine Person oder eine Gruppe hat Macht über andere Menschen.
Sie bestimmt die Regeln.
Die anderen Menschen dürfen nicht selbst entscheiden.
In der Nigerian Film Unit wurden Filme produziert und gesammelt.
Die Filme zeigten oft nur die Sicht der Mächtigen.
Diese Filme waren also Teil von Propaganda.
Propaganda heißt:
Bilder oder Texte sollen Menschen beeinflussen.
Heute ist das Gebäude kaputt.
Viele alte Filme sind schwer zu finden.
Viele Menschen wollen sich nicht damit beschäftigen.
Bilder und Klang
Igwes Film spricht über Geschichte.
Er zeigt auch Protest und Widerstand.
Widerstand heißt: Menschen wehren sich.
Im Film sieht man am Anfang das Gebäude von Innen und Außen.
Es gibt viel Staub und alte Dinge.
Danach hört man viele Klänge:
Stimmen und Geräusche.
Diese Klänge wurden in Nigeria in Afrika und in Großbritannien aufgenommen.
Es singt auch ein Chor.
Viele Stimmen sind gleichzeitig zu hören.
Die Lieder erinnern an einen Protest von Frauen im Jahr 1947 in Nigeria in Afrika.
Der Protest heißt „Egba Frauen-Revolte“.
Diese Frauen haben gegen Steuern im Kolonialismus protestiert.
Die Musik zeigt:
Es gibt viele Stimmen.
Es gibt nicht nur eine Geschichte.
Es gibt auch einen zweiten Film.
Dieser Film übersetzt die Lieder und Stimmen in Text.
Das heißt: Was man hört, wird geschrieben.
Das stellt Fragen:
Wie kann man Klang in Text übersetzen?
Was kann man verstehen?
Der Titel des Filmes
Der Titel kommt von einem Buch von Julietta Singh.
Das Buch heißt No Archive Will Restore You.
Das ist Englisch und heißt:
Kein Archiv wird dich wiederherstellen.
Die Idee ist:
Ein Archiv sammelt Fotos, Filme oder Texte aus der Vergangenheit.
Aber ein Archiv kann die Vergangenheit nicht reparieren.
Die Werke von Onyeka Igwe zeigen:
Das Archiv ist kein ruhiger Ort.
Es bleibt schwierig.
Die Ausstellung lädt ein:
genau hinschauen
genau hinhören
und Verantwortung übernehmen.
Neben der Ausstellung
Es gibt auch ein Buch zur Ausstellung.
Man kann es hier kostenlos herunter-laden.
Man kann es hier kaufen.
Onyeka Igwe und Jeanette Pacher unterhalten sich im Secession Pod-cast.
Ein Pod-cast ist wie eine Radiosendung.
Man kann den Pod-cast hier im Internet anhören.
Künstler*innen
wurde 1986 in London, UK, geboren und lebt in London.