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25. Februar – 15. Mai 2011
INÉS LOMBARDI

CHRISTOPH MEIER

ALFONS EGGER




27. Mai – 21. August 2011
STEPHEN PRINA

SASKIA OLDE WOLBERS

WADE GUYTON




9. September – 20. November 2011
DIE FÜNFTE SÄULE




2. Dezember 2011 – 5. Februar 2012
DAVID MALJKOVIĆ

ATTILA CSÖRGÕ

LECIA DOLE-RECIO




PERMANENTE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES




ÖFFNUNGSZEITEN

FÜHRUNGEN
Dienstag – Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr

jeden Samstag um 15.00 Uhr und Sonntag um 11.00 Uhr





INÉS LOMBARDI
Past Present – Close and Distant
25. Februar – 15. Mai 2011 (Eröffnung: Donnerstag, 24. Februar 2011)
Hauptraum

Inés Lombardi, 2011
Inés Lombardi, 2011

Fotografien, Videos und Installationen gehören genauso zum Repertoire von Inés Lombardi wie Skulpturen und Objekte. Ausgangspunkt für ihr vielschichtiges Schaffen ist die Annahme, dass die menschliche Wahrnehmung nicht absolut, sondern ein sich stets verändernder Prozess ist. Die Künstlerin lotet aus, unter welchen Bedingungen eine perzeptive Verschiebung stattfinden und wie bei diesem Vorgang die Konstruktion von Wirklichkeit sichtbar werden kann. Dabei spielen kunstimmanente Fragestellungen nach Präsentation und Repräsentation eine wesentliche Rolle. Indem mit den unterschiedlichen visuellen Ebenen, die Lombardis Werke charakterisieren, immer wieder gebrochen wird, stellt die Künstlerin nicht nur eine unendlich fortsetzbare Reihe an Bezügen her, sondern schafft assoziative Ketten, die offen für Neuordnungen und Bedeutungserweiterungen sind. Dies wird vor allem dann evident, wenn sie in selbstreferenzieller Manier einzelne Aspekte ihrer Arbeiten wiederaufgreift und neu variiert: als Objekt, als Fotografie des Objekts oder als Fotografie des Objekts in einer räumlichen Situation, die auch die fotografische Repräsentation des Objekts zeigt. Dieser Rückkoppelungsmodus sowie der wiederkehrende Bruch damit bringt die Dynamik der Wahrnehmung in Inés Lombardis Arbeiten zutage, denn aus der Verdichtung und Vernetzung kann Neues entstehen.

Inés Lombardi, 1958 geb. in São Paulo (BR), lebt und arbeitet in Wien (AT).



CHRISTOPH MEIER
25. Februar – 15. Mai 2011 (Eröffnung: Donnerstag, 24. Februar 2011)
Galerie

Christoph Meier, ohne Titel (Filmsetperformancebühnefilm), 2009, Performance, Installation, 35mm-Film, Curtesy Christoph Meier
Christoph Meier, ohne Titel (Filmsetperformancebühnefilm), 2009, Performance, Installation, 35mm-Film, Courtesy Christoph Meier

Das künstlerische Interesse Christoph Meiers gilt den performativen und narrativen Potenzialen der Medien. In dem 35mm-Film Filmsetperformancebühnefilm (2009) filmt sich beispielsweise eine Crew während der Film-Produktion ohne Anleitung durch ein Script selbst. In der während Meiers Diplomprüfung an der Akademie der bildenden Künste Wien realisierten Arbeit werden sowohl die AkteurInnen als auch das Prüfungskomitee zum sich selbst betrachtenden Gegenstand des filmischen Geschehens. In seinen Installationen und skulpturalen Arrangements verwendet Meier fototechnisches Equipment, Präsentationsmöbel, Abfallprodukte künstlerischer Prozesse von KollegInnen sowie Alltagsgegenstände, um diese Elemente außerhalb ihres ursprünglichen Kontextes in offenen Kompositionen neu zu arrangieren. Die Installation Setting #17 (2010) besteht aus einem Arrangement von fünf unterschiedlichen Projektoren, deren Einzelbilder sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen, das seine malerische Qualität aus den unterschiedlichen Lichttemperaturen der Projektoren gewinnt. Die von Meier gestalteten und inszenierten Situationen zeichnen sich einerseits durch die Selbstreferenzialität eines geometrisch-abstrakten Formenvokabulars aus, lassen aber andererseits auch die verwendeten Objekte als Repräsentanten einer Handlung erscheinen. Wiederholt hat Meier seinen performativen Umgang mit Objekten für BetrachterInnen geöffnet und sie in seinen Arbeitsprozess und seine künstlerische Methode einbezogen.

Christoph Meier, geb. 1980 in Wien (AT), lebt und arbeitet in Wien (AT).



ALFONS EGGER
25. Februar – 15. Mai 2011 (Eröffnung: Donnerstag, 24. Februar 2011)
Grafisches Kabinett

Alfons Egger, NEU-GÖTZENS, 1976, Foto: Beatrix Sunkovsky
Alfons Egger, NEU-GÖTZENS, 1976, Foto: Beatrix Sunkovsky

Zeichnungen zwischen dadaistischer und konkreter Poesie, performative Entgrenzungen und auf Gemeinschaftlichkeit angelegte Interventionen – all diese Elemente ziehen sich gleichermaßen durch die Werke Alfons Eggers wie suggestive Traumbilder und fiktive Charaktere. In einer Zeit, in der das performative Potenzial der Bühne in den Räumen der bildenden Kunst neuerlich an Terrain gewinnt, wartet diese frühe Position geradezu darauf, sich neu zu artikulieren. Alfons Eggers Arbeit ist gekennzeichnet von hoher Komplexität und medialer Dichte. Der Künstler arbeitet seit den frühen 1970er-Jahren mit Alltagsfragmenten und verwebt sie mit Versatzstücken seiner eigenen Biografie zu einem Referenzsystem, das die BetrachterInnen immer wieder neu herausfordert – die interpretative Offenheit seines Werks trägt ihren Teil dazu bei. In überdimensionierten Schaumstofflettern installiert er etwa Floskeln wie NUR SCHAUEN (2006) in unterschiedlichen räumlichen Situationen: sei dies ein kurz vor der Renovierung befindliches Kaufhaus, in dem sich der Gedanke an Konsumismus aufdrängt, sei dies die Koje einer Kunstmesse, bei der die Buchstabenfolge auf kunstimmanente Fragestellungen nach der Wahrnehmung von Bildern abzielt. Für die Ausstellung im Grafischen Kabinett der Secession entwickelt Alfons Egger eine raumbezogene Installation und konfrontiert die BetrachterInnen mit einer flüchtigen Wortspende, die sowohl bewusst als auch unbewusst den subtilen Schwebezustand seines künstlerischen Schaffens einmal mehr unterstreicht.

Alfons Egger, geb. 1952 in Haiming (AT), lebt und arbeitet in Wien (AT).



Stephen Prina
As He Remembered It
27. Mai – 21. August 2011 (Eröffnung: Donnerstag 26. Mai 2011)
Hauptraum

Stephen Prina, Exquisite Corpse: The Complete Paintings of Manet, 1991, Courtesy Galerie Gisela Capitain
Stephen Prina, Exquisite Corpse: The Complete Paintings of Manet, 1991, Courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln

Der amerikanische Künstler, Musiker und Komponist Stephen Prina eignet sich Werke von anderen KünstlerInnen an. Das Spektrum der Bezugnahmen umfasst dabei theoretische, literarische und künstlerische Vorlagen von Theodor W. Adorno bis Felix Gonzales-Torres, von Popmusik bis zu den Sonaten von Ludwig van Beethoven. Indem er das Ausgangsmaterial re-inszeniert, in andere Medien überführt oder einzelne Motive aufgreift und Strukturen variiert, erzeugt Prina vielschichtige Bezugssysteme, in denen sich persönliche, kunsthistorische und musikalische Narrative gegenseitig befruchten. Exquisite Corpse: The Complete Paintings of Manet (1988 – fortlaufend) basiert beispielsweise auf den Gemälden des impressionistischen Malers Édouard Manet. Prinas zeichnerische Appropriation greift dabei die Formate der kunsthistorischen Vorlagen auf, ersetzen die Bildinhalte aber durch monochrome Oberflächen. Die explizit intermediale Arbeitsweise Stephen Prinas zeichnet sich zudem durch offene und sich stets weiterentwickelte Werkstrukturen aus. Vielfach erarbeitet er ausstellungsspezifische Adaptionen seiner Werke und re-kontextualisiert sie immer wieder neu, um auf diese Weise die Beziehung zwischen der ursprünglichen künstlerischen Intentionen und einem nachfolgenden Leben der Objekte zu erkunden. Über die Fülle von Zitaten und Referenzen hinausgehend, reflektiert Prina das Potenzial der künstlerischen Methode der Bezugnahme im allgemeinen.

Stephen Prina, geb. 1954 in Galesburg, Ill. (US), lebt und arbeitet in Los Angeles (US) und Cambridge, Mass. (US) .



SASKIA OLDE WOLBERS
A Shot in the Dark
27. Mai – 21. August 2011 (Eröffnung: Donnerstag 26. Mai 2011)
Galerie

Saskia Olde Wolbers, Pareidolia, 2011, 12 min video, Courtesy Maureen Paley, London
Saskia Olde Wolbers, Pareidolia, 2011, 12 min video, Courtesy Maureen Paley, London

Eine entrückt-bizarre Erzählebene und eine sinnestäuschende Bildsprache sind charakteristisch für Saskia Olde Wolbers' Videoarbeiten. Angesiedelt zwischen Illusion und Realität, basieren ihre Narrationen auf Geschichten aus den Nachrichten, auf Zeitungsberichten und Fernsehdokumentationen oder auf alltäglichen Konversationen. Diese verfremdet und erweitert die Künstlerin fiktiv, indem sie die Erzählung von der Bildebene entkoppelt und von einer Off-Stimme sprechen lässt. Das Oszillieren zwischen Imagination und Wirklichkeit wird durch monochrome Bildwelten verstärkt, die zwar Computer-generiert wirken, aber in minutiöser Handarbeit gefertige Maßstabsmodelle sind. Olde Wolbers' Filmsets bestehen aus Miniaturwelten, die die Künstlerin aus ungewöhnlichen Alltagsgegenständen wie Angelschnüre, Spiraldraht und Lebertrankapsel fabriziert: geschlossene Räume und geheimnisvolle Landschaften, die an unwirkliche Science-Fiction-Welten erinnern. Oft monochrom mit Farbpigmenten überzogen, werden die Modelle in mit Wasser gefüllten Tanks eingetaucht und in langsamen Kamerafahrten abgefilmt. Olde Wolbers zeigt in der Secession drei Arbeiten: Placebo (2002), ein Film über einen falschen Doktor, Trailer (2005) und eine neue Arbeit mit dem Titel Pareidolia (2010). In diesem neuen Film, der im Kontext des Japan der 1930er Jahre angeseidelt ist, werden mechanisch gesteuerte Vögel mit der Geschichte eines deutschen Universitätsprofessors Verbinung gesetzt, der in die Welt des Zen-Bogenschießens eingeführt wird.

Saskia Olde Wolbers, geb. 1971 in Breda (NL), lebt und arbeitet in London (GB).



WADE GUYTON
Zeichnungen für ein kleines Zimmer
27. Mai – 21. August 2011 (Eröffnung: Donnerstag 26. Mai 2011)
Grafisches Kabinett

Wade Guyton, Untitled, 2006
Wade Guyton, Untitled, 2006

Wade Guytons Kunstwerke werden dem maschinellen Zufall überlassenen. Ein Tintenstrahldrucker von Epson re-produziert vornehmlich in Schwarz und Graustufen gehaltene, ungegenständliche Kompositionen. Kreise, Quadrate, Streifen, übergroße Typographie ohne Serifen. Die Abstraktion, die der Künstler mit standardisierten Schreib-, Zeichen- und Druckprogrammen am Computer vornimmt, wird durch die qualitativen Schwankungen der Drucktechnik forciert: Risse, Faltungen, einmal mehr, einmal weniger Farbe auf der Leinwand, Sättigungsprobleme und Fehlstellen – die Autorschaft verwischt sich mit jedem Druckvorgang neu. Wade Guytons Werke, die der Künstler häufig in Form von orts- und raumspezifischen Installationen präsentiert, lassen an die Produktionsästhetik von Jackson Pollock denken. Aber schon die Wahl seiner Mittel nimmt Abstand von einem puristischen Malereidiskurs: vorgefertigte Bildträger, deren maximale Breite durch die Normen der Industrie vorgegeben ist, sowie durch und durch regulierte Computerprogramme und Farbvariationen, die sich den Entscheidungen des Künstlersubjekts mehr oder weniger entziehen. Wade Guyton webt ein Netz an Referenzsystemen, das sich auf die "echte" Welt beziehen muss, um in dieser auch Bestand zu haben. Für seine Ausstellung im Grafischen Kabinett der Secession entwickelt der Künstler neue Arbeiten.

Wade Guyton, geb. 1972 in Hammond, Ind. (US), lebt und arbeitet in New York City (US).



DIE FÜNFTE SÄULE
9. September – 20. November 2011 (Eröffnung: Donnerstag 8. September 2011)
Hauptraum, Galerie, Grafisches Kabinett

Bildidee von Moritz Küng und Heimo Zobernig unter Verwendung zweier Aufnahmen des Hauptraums der Secession (1986) von Margherita Spiluttini
Bildidee von Moritz Küng und Heimo Zobernig unter Verwendung zweier Aufnahmen des Hauptraums der Secession (1986) von Margherita Spiluttini

Mit: Luz Broto (E), Peter Downsbrough (USA), Dora Garcia (E), Guillaume Leblon (F), Joëlle Tuerlinckx (B), Cerith Wyn Evans (UK), Heimo Zobernig (A) sowie Adolf Krischanitz (A), Moritz Küng (CH), Ferdinand Schmatz (A), Margherita Spiluttini (A)

Seit der 1986 vom Architekten Adolf Krischanitz durchgeführten Generalsanierung der Secession bilden vier zentrale Stützen im Hauptraum einen der prägendsten Elemente. Ursprünglich in poliertem Nickelstahl und Messing ausgeführt, blieben diese seit 1989 oft verhüllt, respektive seit 1991 gänzlich weiß überstrichen, wohl um deren eigensinnige Präsenz als missverständliches Otto Wagner Zitat zu neutralisieren. Als Ausgangspunkt seiner Ausstellung ließ Kurator Moritz Küng diese vier Säulen „rückbauen“, um sie nach 20 Jahren erneut in ihrem ursprünglichen Glanz erstrahlen zu lassen. Gleichzeitig setzt er ausgewählte, teils neu produzierte oder rekonstruierte Werke von sieben KünstlerInnen dreier Generationen in dieses Spannungsfeld, um sie mit der Architekur, Geschichte und Kultur der Secession auf assoziative Weise korrespondieren und resonieren zu lassen.

Die sinnbildliche fünfte Säule steht so für die Aktualisierung und Wiederbelebung des Genius Loci, in dem sich in letzter Konsequenz eine neue Interpretation von Gegenwart und Gebäude, von Konservierung, Reparatur, Ergänzung und Adaptierung, letztendlich auch von einer Modernisierung offenbart.

Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog mit Ausstellungsansichten fotografiert von Margherita Spiluttini und Textbeiträgen von Moritz Küng, András Pálffy und Ferdinand Schmatz (30.9.2011) sowie die Künstlerbücher von Peter Downsbrough: a place—Wien (8.9.2011) und Joëlle Tuerlinckx: Les moments d’espace (17.11.2011)


Rahmenprogramm:

Freitag, 9. 9. 2011, 18 Uhr: Ausstellungsgespräch mit Moritz Küng und Ferdinand Schmatz,
moderiert von Gabriele Mackert. Eine Veranstaltung der Freunde der Secession

Donnerstag, 17. 11. 2011, 18 Uhr: Präsentation des Künstlerbuchs Les moments d’espace
und Vortrags-Performance Les moments d’espace. Lecture for youtube in 578 panels von Joëlle Tuerlinckx



DAVID MALJKOVIĆ
Exhibitions for Secession
2. Dezember 2011 – 5. Februar 2012 (Eröffnung: Donnerstag 1. Dezember 2011)
Hauptraum

David Maljkovic, Retired Form, 2008, all images courtesy artist and Annet Gelink Gallery, Amsterdam; Georg Kargl, Vienna; Metro Pictures, New York; Sprueth Magers, Berlin, London
David Maljković, Retired Form, 2008, all images courtesy artist and Annet Gelink Gallery, Amsterdam; Georg Kargl, Vienna; Metro Pictures, New York; Sprueth Magers, Berlin, London

Die Collagen, Filme und architektonischen Inszenierungen des kroatischen Künstlers David Maljković sind Teil der aktuellen Auseinandersetzung mit der Moderne. Seine Aufmerksamkeit gilt skulpturalen und architektonischen Symbolen, die vor dem Hintergrund des jugoslawischen Sozialismus für Aufbruch und Veränderung standen: das Monument für die Opfer des zweiten Weltkrieges von Vojin Bakic; der italienische Pavillon auf der Zagreber Messe der 1960er-Jahre; das Werk der experimentellen Architekten- und Künstlergruppe EXAT 51, die Anfang der 1950er-Jahre für die abstrakte Kunst sowie die Synthese von Kunst und sozialem Kontext eintrat. Maljković verhandelt die Bedeutung des historischen, kulturellen und theoretischen Erbes seiner Heimat neu, indem er es in Bezug zur Gegenwart und zu den Möglichkeiten der Zukunft setzt. In seinen Collagen kombiniert er häufig historische Ansichten von symbolträchtigen Monumenten mit aktuellen Fotografien, die Schauplätze seiner Filme fungieren hingegen als Projektionsfolie für die Fortschrittsgedanken einer jüngeren Generation und strahlen eine Atmosphäre von ungenutztem Potenzial und resigniertem Optimismus aus. Die Arbeiten Maljkovićs loten die Dialektik zwischen scheinbar vergessenen Innovationen, dem ruinösen Zustand vormals euphorischer Projekte und der heutigen Übergangs- und Aufbruchzeit aus.

David Maljković, geb. 1973 in Rijeka (HR), lebt und arbeitet in Zagreb (HR).



ATTILA CSÖRGÕ
2. Dezember 2011 – 5. Februar 2012 (Eröffnung: Donnerstag 1. Dezember 2011)
Galerie

Attila Csörgõ, Occurence Graphs III, 1998, Courtesy of the artist and Galerija Gregor Podnar, Berlin-Ljubljana, Photo: József Rosta
Attila Csörgõ, Occurence Graphs III, 1998, Courtesy of the artist and Galerija Gregor Podnar, Berlin-Ljubljana, Foto: József Rosta

Die fotografischen, skulpturalen und zeichnerischen Arbeiten des ungarischen Künstlers Attila Csörgõ führen ihre BetrachterInnen mit Humor und Ironie an naturwissenschaftliche Fragestellungen heran – mit oft unerwarteten und vor allem kurzweiligen Ergebnissen. Wissenszweige wie Kinetik, Optik oder Geometrie werden von Csörgõ mit experimentellen Anordnungen erkundet. In seinem Werk lotet der Künstler Fragen der menschlichen Wahrnehmung sowie Gedanken über die Konstruktion der Welt aus. Indem er etwa Bewegungsabläufe oder energetische Prozesse mittels ihrer Erscheinung als Licht in Fotografien bannt, macht er Erscheinungen, die unter herkömmlichen Bedingungen nicht wahrnehmbar sind, sichtbar und schärft auf diese Weise das Verständnis für das Selbstverständliche. Seine Apparate baut der Künstler mit alltäglichen Gegenständen und Materialien. Bei der Skulptur Magnet Spring (1991) ließ Csörgõ beispielsweise die Magie des Magnetismus wirken. Zwölf Glaspaneele standen allein durch die Abstoßungskraft von unzähligen Magneten aufrecht, welche die Form von Eishockeypucks hatten und zu schweben schienen. Mit Moebius Space (2006) entwickelte der Künstler eine Vorrichtung für eine Kamerafahrt, die es ihm erlaubte, eine fotografische Möbiusschleife herzustellen – einen Loop, in dem die beiden Enden eines Films, selbst bei einer 180°-Drehung, immer noch perfekt miteinander korrespondierten. Attila Csörgõ wird in der Secession eine neue Arbeit präsentieren.

Freitag, 2. Dezember 2011, 17 Uhr: Ausstellungsgespräch mit Attila Csörgõ und Christian Höller
Eine Veranstaltung der Freunde der Secession

Attila Csörgõ, geb. 1965 in Budapest (HU), lebt und arbeitet in Budapest (HU).



LECIA DOLE-RECIO
2. Dezember 2011 – 5. Februar 2012 (Eröffnung: Donnerstag 1. Dezember 2011)
Grafisches Kabinett

Lecia Dole-Recio, Untitled (pch.crvs.rd.crdbrd.cnvs.), 2010, Foto: Fredrik Nilsen, Courtesy Richard Telles Fine Art, Los Angeles
Lecia Dole-Recio, Untitled (pch.crvs.rd.crdbrd.cnvs.), 2010, Foto: Fredrik Nilsen, Courtesy Richard Telles Fine Art, Los Angeles

Im Zentrum der Malerei Lecia Dole-Recios steht die Materialität des Bildträgers, auf dem die Künstlerin arbeitet und den sie gleichzeitig bearbeitet. Dole-Recio verwendet für ihre Arbeiten keine vorgefertigten Leinwände, sondern produziert ihre Oberflächen selbst: Mit Klebstoff collagiert sie Papier, diverse Kartonagen und Pergament zu einem Beschichtungsuntergrund, den sie nach der malerischen Bearbeitung wieder zerschneidet und somit dekonstruiert. Die Sättigung und Komposition der Farben sowie die konstruktivistisch anmutende Führung des Pinsels tragen dabei genauso zur Beschaffenheit ihrer Werke bei, wie die Tiefe der positiven und negativen Räume, die sie mit dem Messer freilegt. Sprichwörtlich wie buchstäblich verwandelt die Künstlerin die Trägermedien ihrer Malerei in mehrschichtige Konstruktionen, die sich einer eindeutigen Kategorisierung entziehen. Der Gedanke an Architektur drängt sich auf, städtebauliche Gefüge aus der Vogelperspektive betrachtet, Mapping. Genauso lassen die Farb-, Material- und Raumarrangements an Musikstücke denken, Vorlagen für die Vertonung musikalischer Experimente, deren rhythmische Zusammensetzung sich aus den Tiefen der Malerei speist. Für ihre Ausstellung im Grafischen Kabinett der Secession entwickelt Lecia Dole-Recio eine neue Werkserie.

Lecia Dole-Recio, geb. 1971 in San Francisco (US), lebt und arbeitet in Los Angeles.



PERMANENTE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES



ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag – Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr


FÜHRUNGEN
jeden Samstag um 15.00 Uhr und Sonntag um 11.00 Uhr sowie nach Vereinbarung



Die Ausstellungen werden produziert mit Unterstützung von:

Erste Bank – Partner der Secession
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Wien Kultur
Die Freunde der Secession



Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:
 
Karin Jaschke
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
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