AUSSTELLUNGEN    2013   2012   2011   2010   2009   2008   2007   2006   2005   2004   2003   2002   2001   2000   1999   1998   1997   1996   /// ARTIST INDEX 1996 – 2013




HANS SCHABUS

27. 2. – 27. 4. 2003

MANFRED WILLMANN

27. 2. – 27. 4. 2003

FATE OF ALIEN MODES

Kuratiert von C. Ruhm
10. 5. – 22. 6. 2003

MARY HEILMANN

4. 7. – 7. 9. 2003

MEL ZIEGLER

4. 7. – 7. 9. 2003

NORBERT BRUNNER-LIENZ

4. 7. – 7. 9. 2003

KONTEXT, FORM, TROJA

Kuratiert von D. Baumann
18. 9. – 16. 11. 2003

BRIAN JUNGEN

18. 9. – 16. 11. 2003

ANDREA GEYER

18. 9. – 16. 11. 2003

MONICA BONVICINI /
SAM DURANT

28. 11. 2003 – 1. 2. 2004

JOKE ROBAARD

28. 11. 2003 – 1. 2. 2004
In einer sich im konstanten Fluss befindlichen Landschaft von Kunst, Kultur und Politik fühlt sich die Secession auch 2003 ihrem tradierten Auftrag verpflichtet, aktuelle bildende Kunst einem interessierten Publikum zugänglich zu machen und eine Sensibilität für die Komplexität zeitgenössischer Kunstproduktion zu wecken. Besondere Bedeutung kommt den Projekten zu, die Bezug nehmen auf die spezifischen lokalen kontextuellen und architektonischen Gegebenheiten in Relation zu internationalen Strömungen. Sind die meisten Arbeiten der Einzelausstellungen speziell für diesen Anlass geschaffen, so setzen die beiden Gruppenausstellungen Fate of Alien Modes und Junge Szene 03 auch bereits bestehende Werke in einen von den KuratorInnen geschaffenen Zusammenhang. Die Besonderheit der Secession, dass alle programmatischen Entscheidungen von den in den Vorstand gewählten KünstlerInnen (derzeit Sabine Bitter, Manfred Erjautz, Matthias Herrmann, Michael Hofstätter, Johanna Kandl, Sandrine von Klot, Willi Kopf, Hans Kupelwieser, Marko Lulic, Dorit Margreiter, Anna Meyer, Constanze Ruhm, Martin Walde, Heimo Zobernig) getroffen werden, ist sowohl Zeichen künstlerischer Kompetenz und des Muts zum Experiment als auch Auftrag für einen weit gefassten Blick auf die Entwicklungen der zeitgenössischen Kunst.



HANS SCHABUS
27. 2. – 27. 4. 2003

Hans Schabus, Astronaut, 2003
Hans Schabus, Astronaut, 2003

Hans Schabus Arbeiten stehen in unmittelbarer Beziehung zu einem räumlichen Denken und Erleben; oft beziehen sich die Skulpturen und Interventionen direkt auf das psychische und physische Umfeld des Künstlers, vor allem auf sein Atelier und das hier zu bearbeitende Material. Der Ort, an dem Kunst entsteht, wird auf sein Gleichnispotenzial dem Leben gegenüber untersucht. Die Arbeiten sind als Meditation über den schöpferischen Akt, seinen Anspruch, aber auch die Differenz gegenüber alltäglichem Tun lesbar. Die sich mit Reisen, Geschwindigkeit und nicht zielorientierter Bewegung beschäftigenden Filmarbeiten verweisen auf die Bedeutung einer interdisziplinären Reflexion für die Kunst, vor allem im Hinblick auf Sprache und ihre Fähigkeit zur (Un-)Sinnstiftung.
Hans Schabus lebt und arbeitet in Wien.


MANFRED WILLMANN
27. 2. – 27. 4. 2003

Manfred Willmann, Das Land, 1983-91
Manfred Willmann, Das Land, 1981-93

Manfred Willmann nimmt in seinen Photoarbeiten eine Mittlerrolle zwischen Vertrautem und Fremdem, zwischen Nahem und Fernem, Bekanntem und Unbekanntem ein. Sein Interesse an ländlichen, in materiellem Sinn armen Landschaften und ihren BewohnerInnen findet eine Entsprechung in eigenwilligen Bildkompositionen, dem rauhen Blitzlicht, der sehr pointierten Farblichkeit der Photographien. In seinen immer als Serien angelegten Arbeiten verleiht Willmann dem Dargestellten - sei es Mensch, Natur oder einer Kombination beider - eine unromantische Aura, der Pathos und Nostalgie fremd ist. Wie groß die Rolle des Zufalls, des photographischen Glücks, der Inszenierung in diesen Chroniken sich verlierender Zeit ist, bleibt im Halbdunkel des Bildrahmens verborgen.
Manfred Willmann lebt und arbeitet in Graz.


FATE OF ALIEN MODES
10. 5. – 22. 6. 2003

Nomeda und Gediminas Urbonas, Ruta Remake, 2002
Nomeda und Gediminas Urbonas, Ruta Remake, 2002

Der kuratorische Ansatz verlagert die Thematik einer Ausstellung "über" das Kino - als Modell für Methoden zeitgenössischer Kunstpraxis - hin zu einer Untersuchung des kinematografischen Apparats als eine Form der Ökonomie, die sich innerhalb unterschiedlicher "Scripts" und Produktionsformate entfaltet. Filmen und künstlerischen Produktionen werden Beiträge und Auftragsarbeiten aus Setdesign, Scriptwriting, Filmtheorie, Anthropologie, Architektur und Psychoanalyse gegenübergestellt. Fate of Alien Modes positioniert sich als Gegenmodell zu den Camouflagetechniken jener verdunkelten Ausstellungsräume, die - als "black boxes" und Mini-Kinos verkleidet - Differenz nivellieren. Die fragile Balance institutioneller Container (von Kino und Kunstraum) wird als räumliche Erzählung sichtbar, die eine diegetische Welt repräsentiert. Räumliche Aspekte nehmen auf erzählerische Bezug, so dass eine "Informationsarchitektur" zwischen Bühnenform, Filmset und Ausstellungsraum entsteht.
Fate of Alien Modes wird von Constanze Ruhm kuratiert.


ECHOPARK + WOLGANG CAPELLARI
http://echopark.free.fr/
25. – 26. 6. 2003



Wolfgang Capellari ist in den letzten Jahren mit seinen Musik-Performances, in denen er Akkordeon und Gesang mit Motiven der bildenden Kunst verbindet, international aufgetreten. Während der Performances projiziert Capellari unter dem Motto "Diaprojektion als Schlagzeug" Dia-Serien rhythmisch zur Musik, so dass die Auftritte auch an den frühen Stummfilm und dessen Live-Klavier-Begleitung erinnern. Für die Secession erarbeitet Wolfgang Capellari ein gemeinsames Projekt mit der französischen Musik-Formation EchoparK. EchoparK, Nadia Lichtig und Bertrand Georges, performen elektronische Musik mit Einschlägen aus dem 80er Jahre Pop-Rock.
Über den Zeitraum von 2 Tagen werden Wolfgang Capellari und EchoparK im Hauptraum der Secession Konzerte und Performances veranstalten und unterschiedliche Klanginstallationen und -interventionen präsentieren.


MARY HEILMANN
4. 7. – 7. 9. 2003

Mary Heilmann, Side Show Bob, 2001
Mary Heilmann, Side Show Bob, 2001

In der abstrakten Malerei, dem am meisten mythisch aufgeladenen Feld der bildenden Kunst, nimmt die Arbeit von Mary Heilmann eine Sonderstellung ein. Ihre Auseinandersetzung mit Farbe, Kombination und Raum innerhalb der Leinwand, aber auch mit der schwergewichtigen Geschichte des Mediums wird begleitet von einem (autobiografischen) Interesse an Pop und dessen luftiger Leichtigkeit, der Liebe zu unorthodoxer Farbgebung und dem Durcheinanderwirbeln visueller Ordnung. Zitiert Heilmann immer wieder die Fokusierung ihrer Vorgänger auf Reduktion und die Konzentration auf wesentlich Erscheinendes, so ist ihr eigener malerischer Gestus stark geprägt durch ihre Ungebundenheit in der Regelung von Farbe und Fläche und ihrer, den eigenen Rahmen auslotenden Mühelosigkeit im Umgang mit Rhythmus und Komposition.
Mary Heilmann lebt und arbeitet in New York.


MEL ZIEGLER
4. 7. – 7. 9. 2003

Mel Ziegler, Come and Go, 1998
Mel Ziegler, Come and Go, 1998

Mel Ziegler ist einer der konsequentesten Vertreter des erweiterten In-Situ Begriffs der 90iger Jahre. In seinen sowohl im Ausstellungsraum als auch im Stadtraum angesiedelten Projekten untersucht er, wie sich die Gegebenheiten des öffentlichen Lebens und der soziale Raum in der Architektur und im "Design" von Städten wiederspiegeln. Im Fokus seiner Arbeit steht dabei die Frage nach den versteckten historischen und sozialpolitischen Manifestationen von Repräsentation. Um diese aufzudecken und zu manipulieren, schafft Mel Ziegler mit den unterschiedlichsten Materialien - historischen Straßenlaternen und Vitrinenmöbeln, aber auch seiner eigenen Körpertemperatur - komplexe Referenzsysteme in denen individuelle und kollektive Geschichte aufeinandertreffen.
Mel Ziegler lebt in Austin/Texas.


NORBERT BRUNNER-LIENZ
4. 7. – 7. 9. 2003

Norbert Brunner-Lienz, Im Spiegel der Psyche, 2002
Norbert Brunner-Lienz, Im Spiegel der Psyche, 2002

Ein charakteristisches Element der Arbeiten von Norbert Brunner-Lienz ist die Auseinandersetzung mit Sprache. In seinen Audioinstallationen, experimentellen Hörspielen und Radioaktionen aber auch in seinen Zeichnungen und literarisch-künstlerischen Texten werden semantische Bedeutungen dekonstruiert und transformiert, so dass sich das Sprachliche als Muster und räumlich-zeitliche Ausformung artikuliert. Auf diese Weise entstehen komplexe analytische und zugleich ästhetisch-poetische Sprach-Bilder, die sowohl neue Beziehungsfelder zwischen Ikon, Index und Symbol freisetzen als auch Text über das Feld der Linguistik hinaus als bespielbares und formbares Material und Medium fassen. So formulieren die Arbeiten von Norbert Brunner-Lienz parallel die identitätsstiftenden und surrealen Qualitäten und Eigenheiten von Worten und Redewendungen weiter.
Norbert Brunner-Lienz lebt und arbeitet in Innsbruck und Wien.


KONTEXT, FORM, TROJA
18. 9. – 16. 11. 2003

Secession, Hauptraum
Secession, Hauptraum

Junge Szene nennt sich eine Ausstellungsreihe der Secession, die 1983 initiiert wurde. Seit 1998 profiliert sie sich als internationale Plattform für Projekte und Arbeiten von jüngeren Kunstschaffenden. Der Ausstellungstitel weckt Erwartungen: neue Tendenzen aufspüren, kommende Stars präsentieren, einen repräsentativen Überblick bieten. Im Zentrum der
Aufmerksamkeit stehen jedoch vor allem Werke einer neuen Generation, ihre Denkweisen und ihre Vorstellungen von Form. Richtungsweisend wird die Tatsache sein, dass jüngere Künstlerinnen und Künstler Fragen der Repräsentation, geschichtliche Zusammenhänge und narrative Strukturen über eine künstlerische Praxis verhandeln, ohne auf die Ansprüche eines autonomen Werkbegriffes zu verzichten.
Die Junge Szene 2003 wird von Daniel Baumann kuratiert.


BRIAN JUNGEN
18. 9. – 16. 11. 2003

Brian Jungen, Shapeshifter, 2000
Brian Jungen, Shapeshifter, 2000

Seine Installationen und Zeichnungen zählen zu den zentralen künstlerischen Beiträgen einer Neuformulierung von ethnologischen und kultur-evolutionären Blickweisen sowie der Bedeutung einer ästhetischen Sprache als Werkzeug einer Kulturkritik. Internationale Bekanntheit erlangte Jungen mit den Skulpturen "Prototype for New Understanding", in denen er aus zerlegten Nike Air Jordans zeremonielle Masken fertigte. Jungen, der der Kultur der Nordwestküstenindianer (First Nations) angehört, verfolgt hierbei nicht die Reanimation einer marginalisierten (Bild-)Sprache und Symbolik. Vielmehr zeigen seine Arbeiten Kultur als eine Fusion von Kulturen, so dass sich der Glaube an eine Authentizität aber auch eine Vorrangstellung sowohl in bezug auf eine "indianische" als auch eine dominante westliche Tradition in Frage stellt.
Brian Jungen lebt und arbeitet in Vancouver.


ANDREA GEYER
18. 9. – 16. 11. 2003

andrea geyer, A Place To Be, 2003
andrea geyer, A Place To Be, 2003

Insbesondere in den 90er Jahren haben sich die Medien Fotografie und Video erneut als methodische Werkzeuge für die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen erwiesen. andrea geyer agiert in dieser konzeptuellen Tradition. Sie inszeniert in ihren Installationen oftmals soziale Interaktionen oder Navigationen durch (Stadt)Räume als Orte einer Produktion von Kultur und Quellen unserer Erfahrungen. Die Arbeiten, in die fiktionale Elemente und theoretische Referenzen, Interviews sowie breit angelegte Recherchen einfließen, verfolgen dabei das Interesse, Identitäten nicht als statisch fixierte Bilder, sondern als bewegliche Konfigurationen zu vermitteln und in diverse sprachliche und visuelle Kontroll- und Regulierungsmechanismen zu intervenieren.
andrea geyer lebt und arbeitet in New York und Freiburg.


MONICA BONVICINI / SAM DURANT
28. 11. 2003 – 1. 2. 2004

Monica Bonvicini / Sam Durant, Untitled, 2003
Monica Bonvicini / Sam Durant, Untitled, 2003

Dieses Ausstellungsprojekt markiert die erste Zusammenarbeit von Monica Bonvicini und Sam Durant. Bonvicini beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit den meist männlich besetzten Parametern (und Klischees) von Architektur und ihrer lebensbestimmenden Bedeutung; in Installationen und Zeichnungen reagiert sie mit Härte und pornographischem Witz auf den Machismo, der Architektur noch immer umgibt. Sam Durants Arbeit kreist ebenfalls um Architektur und Kunst, vor allem in Beziehung zu (historischer) Populärkultur; besonderen Stellenwert nimmt das Denken über Monumente als Erinnerungs- und Referenzmedium für das Verständnis von Geschichte und Architektur ein. Beide Künstler vertrauen der Fähigkeit von Kunst zur Veränderung von Bewusstsein und Realität, idealerweise über die Grenzen des White Cubes hinaus.
Monica Bonvicini lebt und arbeitet in Berlin.
Sam Durant lebt und arbeitet in Los Angeles.


JOKE ROBAARD
28. 11. 2003 – 1. 2. 2004

Joke Robaard, Trailer, 2001 (Detail)
Joke Robaard, Trailer, 2001 (Detail)

Aus dem Interesse die eigene künstlerische Praxis zur Etablierung von Dialogen und Netzwerken einzusetzen, entwickelt die Künstlerin kleinformatige Faltblätter, die sie vergrößert in Museen zeigt oder über Magazine distribuiert. Die Folder-Projekte inszenieren komplexe Panoramen an der Schnittstelle von Kunst, Architektur, Mode und Design. Dabei stehen die unterschiedlichen Diskurse - im Gegensatz zur Tradition des Crossovers - als gleichwertige Elemente nebeneinander. Auch formal platziert Robaard in den Bildstrecken Fotografie, Personen und Text (inklusive dem Impressum) als eigenständige und zugleich über die Fläche verbundene Ebenen, um das Zusammenspiel zwischen Individuen, Institutionen, Medien und Geldgebern als permanenten Prozess zu visualisieren. Darüberhinaus fließen immer wieder kunsthistorische Referenzen auf Bildgattungen - wie dem Gruppenportrait - ein.
Joke Robaard lebt und arbeitet in Amsterdam.



STÄNDIGE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES
 
 
 
Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:
 
Katharina Schniebs
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
Friedrichstraße 12, 1010 Wien
Tel: +43-1-5875307-10, Fax: +43-1-5875307-34
presse@secession.at