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Manfred Erjautz, Moneymaker, 1989/96
MANFRED ERJAUTZ

14. 2. – 14. 4. 2002
Amelie von Wulffen, Frau mit Krücke, 2000/01
HIER IST DORT 2

14. 2. – 14. 4. 2002
Ayse Erkmen, Eudora, 2001
AYSE ERKMEN

25. 4. – 23. 6. 2002
Odin Burvick, Dickie Dara, ca. 1947
TRINA ROBBINS

25. 4. – 23. 6. 2002
Rirkrit Tiravanija, Das soziale Kapital, 1998
RIRKRIT TIRAVANIJA

4. 7. – 1. 9. 2002
Ines Doujak, Ohne Titel, 2001
INES DOUJAK

4. 7. – 1. 9. 2002
(No) Trespassing
TRESPASSING

13. 9. – 3. 11. 2002
Henrik Hakansson, Out of the Black into the Blue, 1997
HENRIK HÅKANSSON

13. 9. – 10. 11. 2002
Sue Williams, Big Red O, 2001
SUE WILLIAMS

22. 11. 2002 – 26. 1. 2003
Koo Jeong-a, Snowy, Sunny Day, 1997
KOO JEONG-A

22. 11. 2002 – 26. 1. 2003
Michael Beutler, o.T., 2001
MICHAEL BEUTLER

22. 11. 2002 – 26. 1. 2003
Ihre Bedeutung als historisch wichtige KünstlerInnenvereinigung sieht die Secession auch im Jahr 2002 als Auftrag, sich nicht nur als Ausstellungs-, sondern vor allem auch als Produktionsort zeitgenössischer bildender Kunst zu verstehen. So entstehen sämtliche Projekte im Zusammenhang der architektonischen und kontextuellen Bedingungen des Hauses und der politischen und geographischen Gegebenheiten seines Standortes; noch zu entdeckende künstlerische Ansätze stehen in naher, im Idealfall befruchtender Beziehung zu bereits etablierten Positionen. Die drei großen Säulen der klassischen Kunst – Malerei, Skulptur und Architektur – dienen einem Großteil der eingeladenen KünstlerInnen als gedankliche Grundlage, von der aus sie ihre Projekte entwickeln und innerhalb des zeitgenössischen Diskurses positionieren. Auch den in anderen Medien arbeitenden KünstlerInnen ist der Mut zum Experiment, das Bekenntnis zu einer oftmals komplizierten Kunst, die von den BetrachterInnen ein hohes Maß an Aufnahme- und Kritikfähigkeit verlangt, zu eigen. Alle programmatischen Entscheidungen der Secession werden von den in den Vorstand gewählten KünstlerInnen Manfred Erjautz, Matthias Herrmann, Johanna Kandl, Sandrine von Klot, Willi Kopf, Hans Kupelwieser, Dorit Margreiter, Anna Meyer, Constanze Ruhm, Martin Walde und Heimo Zobernig getroffen; erstmals in der Geschichte des Hauses werden mehr Frauen in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten sein als männliche Künstler. Alle Ausstellungen werden von einer zweisprachigen Publikation in deutsch und englisch begleitet.

 
 
 
MANFRED ERJAUTZ
14. 2. – 14. 4. 2002
 


Die konstante Erweiterung des Begriffs Skulptur steht zentral im künstlerischen Denken von
Manfred Erjautz. Mit oftmals aus kunstfremden Zusammenhängen entlehnten Materialien werden Arbeiten geschaffen, die als bekannt vorauszusetzende Zeichen mit neuen, ungewohnten Bedeutungen aufladen. Die akkumulativ verwendeten Logos, ihrer ursprünglichen Signalwirkung beraubt, verweisen auf die mögliche Leere ästhetischer Codes und den Platz, den das imaginäre Gegenüber auf der Suche nach Sinn und Unsinn einnehmen muss. Erjautzs Ausstellungsprojekt für die Secession wird das Wechselspiel von Innen und Außen, Distanz und Nähe vor allem aber die Transformation vom Privaten zum Öffentlichen und umgekehrt thematisieren.
Manfred Erjautz, geboren 1966, lebt und arbeitet in Wien.
 

HIER IST DORT 2
14. 2. – 14. 4. 2002
 


In einer internationalen Gruppenausstellung greift Hier ist Dort 2 eine Diskussion über die Bestimmung von Orten und die Unmöglichkeit jene einzunehmen auf und bindet diese zurück an das Medium der Malerei. Der Weg zwischen den Orten – zwischen Hier und Dort, den BetrachterInnen und dem Bild – ist ein, oftmals nur vorskizzierter, Prozess, welcher die Frage aufwirft, wie in einer medial geprägten Gesellschaft Visualisierungsprozesse funktionieren, und welche Methoden und Strategien die Malerei bietet, diese zu untersuchen.
Die von Anna Meyer konzipierte Ausstellung zeigt sowohl im Innen- als auch Außenraum der Secession Arbeiten von Tim Gardner, Ellen Harvey, Hildegard Joos, Michael Krebber, Marko Lulic, Lisa Milroy, Katrin Plavcak, Melanie Smith, Andreas Siekmann, Esther Stocker und Amelie von Wulffen.

 
AYSE ERKMEN
25. 4. – 23. 6. 2002
 
Ayse Erkmen, Eudora, 2001
Ayse Erkmen, Eudora, 2001

Das Genre der ortsbezogenen Installation wurde in den letzten 10 Jahren von vielen KünstlerInnen als Erweiterung der Kategorien Architektur, Skulptur, Bild und Sprache einer Revision unterzogen. Ayse Erkmen gehört zu den wichtigsten VertreterInnen dieser künstlerischen Praxis. Ihre assoziativen Arbeiten lassen sich nicht auf charakteristische Materialien oder Ästhetiken reduzieren, sondern tragen eine hohe Flexibilität in sich. Erkmen transformiert in ihren Außen- und Innenraum-Installationen alltägliche, oftmals unbemerkte soziale und architektonische Momente in eine minimalistische Formengrammatik. Diese konzeptuellen Interventionen sind getragen von einer analytischen Sensibilität und eröffnen damit vielschichtige Erzählstrukturen.
Ayse Erkmen, lebt und arbeitet in Berlin und Istanbul.

 
TRINA ROBBINS
25. 4. –- 23. 6. 2002
 
 Odin Burvick, Dickie Dara, ca. 1947
Odin Burvick, Dickie Dara, ca. 1947

Die Cartoonistin, Autorin und Pop-Historikerin Trina Robbins zählt seit den 60er Jahren zu den wichtigsten amerikanischen Comiczeichnerinnen. Bereits 1972 gründete sie gemeinsam mit anderen Zeichnerinnen das "Wimmen's Comix Collective". Neben ihrer eigenen Produktion dokumentierte Robbins in zahlreichen Publikationen (u.a. From Girls to Grrrlz – A History of American Women's Comics, from Teens to Zines, Chronicle Books 1999) die Geschichte des Frauencomics in den USA aus feministischer Perspektive. Die für die Secession konzipierte Ausstellung basiert auf Robbins' jüngst erschienenem Buch The Great Women Cartoonists (2001), und gibt in einer umfangreichen Auswahl von Comics und Originalzeichnungen einen Überblick über die Werke der großen Comiczeichnerinnen des 20. Jahrhunderts, ihre Anliegen und Netzwerke. Darüberhinaus werden junge Cartoonistinnen eigens Arbeiten für die Ausstellung produzieren.
Trina Robbins lebt und arbeitet in San Francisco.

 
CAROLINA CAYCEDO
Mai 2002
 
Carolina Caycedo, O Carrinho Brica, O Carrinho Braque, 2001
Carolina Caycedo, O Carrinho Brica, O Carrinho Braque, 2001

Die Arbeiten von Carolina Caycedo kreisen um eine spezielle Form des Handels:
In ihren Strassen-Aktionen und prozessorientierten Projekten entwickelt sie mobile "Märkte" für nicht-monetäre Tauschgeschäfte. So bietet Caycedo beispielsweise den PassantInnen auf offener Strasse in einem temporären Frisier- und Kosmetiksalon den Service eines neuen Äusseren im Austausch gegen zwei Fotos vor und nach dem Haarschnitt. Die mobilen Gefährte, ebenso wie das Strassen-Museum, eine sich konstant verändernde Sammlung aus Tauschobjekten, das Caycedo 1998 als Mitglied des "Colectivo Cambalache" in Bogota gründete, sind Bühnen der Kommunikation. Zugleich aber thematisieren sie informelle Ökonomie als Auswirkung einer Kapitalisierung und Gentrifizierung urbaner Regionen.
Carolina Caycedo, geboren 1978, lebt und arbeitet in London.


RIRKRIT TIRAVANIJA
5. 7. – 1. 9. 2002
 
Rirkrit Tiravanija, Das soziale Kapital, 1998
Rirkrit Tiravanija, Das soziale Kapital, 1998

Rirkrit Tiravanija entwirft situationsbezogene Räume für Kommunikation und Interaktion, die Elemente von Arbeit, Service und gemeinsamen Aktivitäten enthalten. Mit Bühnen, Plattformen und Treffpunkten fordert er die BesucherInnen auf, den bereitgestellten Kunst- und Lebensraum aktiv zu nutzen und sich an den von ihm initiierten sozialen Prozessen zu beteiligen. Seine Projekte setzen die ephemere Relevanz realer menschlicher Interaktion in Beziehung zu historischen und räumlichen Bezugspunkten, sie durchbrechen die an das institutionelle Umfeld geknüpften Erwartungshaltungen und spielen zugleich mit den Dispositionen des Privaten und Öffentlichen, Gastfreundschaft und Dienstleistung.
Rirkrit Tiravanija, geboren 1961, lebt und arbeitet in New York, Bangkok und Berlin.
 

INES DOUJAK
5. 7. – 1. 9. 2002

Ines Doujak, Ohne Titel, 2001
Ines Doujak, Ohne Titel, 2001

Durch die künstlerische Arbeit von Ines Doujak zieht sich eine konsequente Analyse historischer sowie alltäglicher Ausgrenzungsmechanismen: Rassismen in Form ethnischer Identitätskonstruktionen, kultureller Reduktionen oder geschlechtlicher Zuschreibungen. Ihre fotografischen, performativen und installativen Inszenierungen sind poetisch und zugleich radikal in ihrer Funktion, Klischees und die permanente Setzung von Normen wachzurufen, ohne diese selbst zu propagieren. Vor dem Hintergrund, dass in der Geschichte des Rassismus das Bild über die Schrift eine Dominanz inne hat (Paul Gilroy), kommunizieren die Arbeiten komplexe Modelle einer kritischen Sprache der Bildpolitik. Für die Secession entwickelt Doujak ein mehrteiliges Projekt zu Sexismen und heterosexistischen Normen. Einen Ausgangspunkt hierfür liefern die Wageninszenierungen der Christopher Street Day-Paraden.
Ines Doujak, geboren 1959, lebt und arbeitet in Wien.

 
TRESPASSING – MOMENTE IN DER ARCHITEKTUR
13. 9. – 3. 11. 2002

(No) Trespassing

Die Organisation und die Aneignung von Raum sind in ihrem Verhältnis zueinander historisch / ideologisch kontingent und daher veränderbar. Die Ausstellung Trespassing sucht nach Möglichkeiten der Überschreitung vorgegebener ordnungsbildender Faktoren und verortet diese weniger in der Erfindung utopischer Entitäten als in der Einarbeitung von partiellen Verschiebungen. Durch die Re-Interpretationen sowohl von realisierten als auch nur erdachten Projekten werden programmatische und räumliche Diskontinuitäten manifest, Wechselwirkungen zu Gesellschafts- und Subjektkonzeptionen sichtbar. Die Diskussionen mit ArchitektInnen und TheoretikerInnen werden bereits im Vorfeld öffentlich gemacht und während der Ausstellung in Form von Vorträgen weitergeführt.
Konzept von ESCAPE*spHERE in Zusammenarbeit mit Angelika Fitz.
Projekt-Dokumentation: www.secession.at/trespassing


HENRIK HÅKANSSON
13. 9. –- 10. 11. 2002
 
Henrik Hakansson, Out of the Black into the Blue, 1997
Henrik Hakansson, Out of the Black into the Blue, 1997

Die Arbeiten von Henrik Håkansson kreisen um Bio- und Ökosysteme, Mikrokosmen einer sich auflösenden Natur sowie provisorische Biotope in urbanisierten Landschaften. In seinen experimentellen Anordnungen, welche u.a. Insekten, Amphibien und Reptilien observieren, tauchen immer wieder Motive einer Kapitalisierung von Natur und ausbeutenden Überwachung durch Kontrollapparaturen auf. Doch in ihren Konstellationen entziehen sie sich einer eindeutigen Zuordnung, changieren zwischen Umweltaktivismus, Wissenschaftsforschung bzw. Popkultur und kunsthistorischen Verweisen und bilden in ihrer offenen Topografie keine Zufluchtsorte, weder in der Ästhetik des medialen (Wissenschafts-)Bildes noch der Figur einer landschaftlichen Idylle.
Henrik Håkansson, geboren 1968, lebt und arbeitet in Galtaback und Berlin.

 
SUE WILLIAMS
22. 11. 2002 – 2. 2. 2003
 
Sue Williams, Big Red O, 2001
Sue Williams, Big Red O, 2001

In Sue Williams Arbeit werden formale und inhaltliche Fragen zeitgenössischer Malerei und Zeichnung parallel nebeneinander gestellt und beantwortet, ohne dass einer der beiden Komplexe den anderen überdecken oder verschleiern würde. Standen die frühen Arbeiten in konkretem gedanklichen Naheverhältnis zu feministischen Grundsätzen und Forderungen ­ aufgelöst in zeichnerischen und textlichen Sprengseln in der Malerei, aber auch in unüblich komplexer Titelgebung ­ so erweitert Williams in der neueren Produktion sowohl ihr gedankliches als auch das rein malerische Vokabular. Der üppigen, in der Skala jedoch reduzierten Farblichkeit steht der Mut zur Leere, zur "reinen", gleichzeitig großzügigen Abstraktion gegenüber, die im Wissen um das reiche Werk der Künstlerin vielfältige Bedeutungsebenen zulässt.
Sue Williams, geboren 1954, lebt und arbeitet in New York.

 
KOO JEONG-A
22. 11. 2002 – 2. 2. 2003

Koo Jeong-a, Snowy, Sunny Day, 1997
Koo Jeong-a, Snowy, Sunny Day, 1997

Koo Jeong-a kreiert kleine Universen, die das Alltägliche sichtbar machen und es zugleich transzendieren. Ihre Installationen bestehen aus Objekten wie Papierresten oder Sand, die auf alltägliche Handlungen verweisen, jedoch autonom geworden sind und keine wiedererkennbare Funktion besitzen. Angesiedelt an der Grenze der Wahrnehmung fordern ihre räumlichen Arrangements dazu auf, die Poesie dieser Ding-Landschaften zu entdecken. Ausgeführt mit großer Präzision und meditativer Konzentration erzeugt Koo Jeong-a durch minimale Verschiebungen der Realität Kompositionen, die provisorisch wirken, aber dennoch nichts Zufälliges haben und so die Grenze zwischen Ordnung und Unordnung auflösen. Hierbei bestimmt die Notwendigkeit der Sorge um die Dinge ihr skulpturales Handeln.
Koo Jeong-a, geboren 1967, lebt und arbeitet in Paris.

 
MICHAEL BEUTLER
22. 11. 2002 – 2. 2. 2003

Michael Beutler, o.T., 2001
Michael Beutler, o.T., 2001

Beutlers Konstruktionen beziehen ihre Strukturen gleich entnommenen Abdrücken aus dem Raum. Die Transformation vorgefundener Architekturen, sei es materiell oder räumlich versetzt, bewirkt Verschiebungen, die die Formensprache der Substanzen zu einer inhaltlichen werden lässt. Seine Arbeiten greifen einen bildhauerischen Diskurs der letzten Dekade auf und formulieren diesen zugleich in der Bearbeitung aktueller Themen - wie Fragen der Globalisierung oder urbaner Lebensmythen - und der Wahl der Materialien, die an eine Trash- und LowTech-Kultur erinnern, weiter. In komplexen Raumskulpturen, die sowohl semantische Auseinandersetzungen mit vorgegebenen Ausstellungsarchitekturen als auch Interventionen im öffentlichen Raum umfassen, wird der Text der Materialität oftmals Teil temporärer Behausungen für die BesucherInnen.
Michael Beutler, geboren 1976, lebt und arbeitet in Glasgow und Frankfurt am Main.

 
 
STÄNDIGE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES
 
 
 
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