AUSSTELLUNGEN    2013   2012   2011   2010   2009   2008   2007   2006   2005   2004   2003   2002   2001   2000   1999   1998   1997   1996   /// ARTIST INDEX 1996 – 2013




PROJEKT FASSADE

29. 2. – 16. 10. 2000

DIANA THATER

27. 1. – 19. 3. 2000

MUNTEAN/ROSENBLUM

27. 1. – 19. 3. 2000

MERLIN CARPENTER

30. 3. – 21. 5. 2000

GREGOR SCHNEIDER

30. 3. – 21. 5. 2000

ANITA LEISZ

1. 6. – 23. 7. 2000

FLORIAN PUMHÖSL

1. 6. – 23. 7. 2000

MARK WALLINGER

3. 8. – 24. 9. 2000

RITA McBRIDE

3. 8. – 24. 9. 2000

MIRJAM KUITENBROUWER

3. 8. – 24. 9. 2000

AA BRONSON

5. 10 – 26. 11. 2000

DOUG AITKEN

18. 10 – 23. 11. 2000

WALTER OBHOLZER

7. 12. 2000 – 21. 1. 2001

RÓZA EL-HASSAN

7. 12. 2000 – 21. 1. 2001
"Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit." Der Leitspruch der Gründer bestimmt auch das Ausstellungsprogramm 2000 der Scession. An die Tradition der letzten Jahre anknüpfend bekennt sich die Secession zu komplexen, kritischen Auseinandersetzungen mit den diversen Realitätsfeldern der zeitgenössischen Kunst. Als verbindendes Moment der verschiedenen Ausstellungsprojekte liesse sich der Versuch formulieren, aus persönlichen, regionalen und mediumspezifischen Überlegungen resultierende Fragestellungen in allgemeingültige Zusammenhänge zu übersetzten.

Charakteristisch für die Secsssion ist die durch die Statuten von 1897 bestimmte, demokratische Entscheidungsfindung das Programm betreffend: Die in den Vorstand gewählten KünstlerInnen (derzeit Manfred Erjautz, Matthias Herrmann, Johanna Kandl, Willi Kopf, Brigitte Kowanz, Anna Meyer, Constanze Ruhm, Stefan Sandner, Matta Wagnest, Martin Walde, Heimo Zobernig) laden KünstlerInnen zu Ausstellungen ein. Dies ermöglicht eine Vielfalt künstlerischer Positionen, deren Gemeinsamkeit das Streben nach einer Präzision künstlerischen Denkens ist. Zu allen Ausstellungen erscheint eine Publikation.



 
DIANA THATER
27. 1. – 19. 3. 2000

 
Diana Thater, Delphine, 1999
 
Diana Thater setzt sich in ihrer Arbeit mit dem Themenkomplex domestizierter Natur auseinander, dabei bezieht sie sich stets auf die Tierwelt. In ihren Installationen legt die Videokünstlerin radikal die technologische Konstruktion von Fiktion frei. Der Begriff des physischen Ortes im realen Raum, den sie auch immer als Ort ideologischer Debatte auffasst, wird verschränkt mit der Analyse des klassischen Bildraumes, der sich in multiplen Perspektiven auflöst. Die zentrale Frage handelt davon, inwieweit Kunstproduktion an der Domestizierung der Begriffe mitarbeitet und wieviel sie dieser zivilisatorischen Leistung wieder entgegensetzt. Indem sie sich mit der Geschichte von Natur nicht als Natur-, sondern als Sozialgeschichte beschäftigt, verweist sie darauf, dass Natur jederzeit ein kulturell vermittelter Begriff ist.
Diana Thater, geboren 1962, lebt und arbeitet in Los Angeles.

 
MUNTEAN/ROSENBLUM
27. 1. – 19. 3. 2000


Muntean/Rosenblum, Why Honey?, 1999
 
Die Arbeiten des Wiener Künstlerduos Muntean/Rosenblum sind medial wie methodisch an tradierten Gattungsgrenzen interessiert, indem sie diese verschieben, überschreiten und/oder auflösen. Ihre Installationen, die unterschiedliche Medien wie Skulptur, Malerei, Musik oder Fotografie verknüpfen, sind konzipiert als Teil von Tableaux Vivants und bleiben als Relikte der jeweiligen Performance zurück. Die Ästhetik dieser Environments ist der Alltags- und Populärkultur entlehnt, wie ihre Bildgeschichten selbst von Träumen, Gefühlen und Sehnsüchten junger Menschen am Ende der neunziger Jahre erzählen. Ihre multimedialen Projekte werfen auf unterschiedlichen Ebenen Fragen nach der Befindlichkeit des Individuums unserer Gegenwart auf.
Markus Muntean und Adi Rosenblum arbeiten seit 1992 zusammen und leben in Wien.  
 
 
MERLIN CARPENTER
30. 3. – 21. 5. 2000


Merlin Carpenter, Survivors, 1999
 
Mit seinen Gemälden dringt der britische Künstler Merlin Carpenter in das komplexe Beziehungsgeflecht von Kunst- und Warenwelt ein. Er richtet seine Aufmerksamkeit darauf, welche ästhetischen Konsequenzen einerseits die Grenzziehung zwischen Kunst und Ware und andererseits eine Überschreitung dieser Grenze hat. Carpenters Interesse gilt der Demystifikation der Malerei; er insistiert, dass sie auf formaler Ebene vollständig lesbar sei und dass diese formale Ebene allerdings für den Inhalt von Bedeutung wäre: sie entscheide, ob überhaupt etwas auf dem Bild wäre. In dieser Entmystifikation liegt eine Perspektive von Carpenters Kunst: Statt die Erforschung und den Ausbau von Metaebenen zu betreiben, schlägt er vor, doch das Experiment Malerei fortzusetzen und die Ergebnisse abzuwarten.
Merlin Carpenter, geboren 1967, lebt und arbeitet in London.  
 
 
GREGOR SCHNEIDER
30. 3. – 21. 5. 2000
 

Gregor Schneider, Haus ur, Mönchengladbach-Rheydt, 1985-1999
 
Schneiders Eingriffe in die Substanz des unauffälligen Hauses ur in Rheydt sind oberflächlich kaum bemerkbar. Besucher können eine Folge von Räumen betreten ohne mehr wahrzunehmen als das mehr oder weniger spartanische Interieur und diffuses Licht hinter Vorhängen, in denen ein leichter Wind spielt. Tatsächlich steht das Fenster etwas offen, doch dahinter bläst ein fast lautloser Ventilator, statt der Sonne leuchten Neonröhren und der Blick geht nicht ins Freie, sondern auf die fensterlose Wand eines unzugänglichen Raumes. In den Schichtungen der Wände, Böden, Decken und Fenster hat sich Geschichte sedimentiert, die nur noch um den Preis ihrer Zerstörung rekonstruierbar ist, ohne dass sie deswegen verschwunden wäre. In der Secession wird Gregor Schneider einen Kellerraum des Hauses ur aufbauen.
Gregor Schneider, geboren 1969, lebt und arbeitet in Rheydt (D).
 
 
ANITA LEISZ
1. 6. – 23. 7. 2000

 
Anita Leisz, Installation, 1999
 
Anita Leisz isoliert in ihren Projekten einzelne Text- oder Bildzeichen und untersucht deren narrative Zusammenhänge und Semiotiken. Mit ihren Bild-Text-Systemen bespielt Leisz unterschiedliche Medien und Räume. Ihre Zeichen gliedern die Wände von Galerieräumen, sie verfremdeten öffentliche Werbeflächen und wurden in Buchform publiziert. Mit "Den Rest" erfand sich Leisz 1995 einen fiktiven Kommunikationspartner, dessen Leben Thema ihrer Bildgeschichten wurde. In jüngerer Zeit verzichtet Leisz auf bildliche Darstellungen – der Text inszeniert als Spur die "Anwesenheit eines eigentlich Abwesenden". Das Fiktive mit dem Realen gleichsetzend lässt Leisz an die Stelle eines reduzierten künstlerischen Illusionismus die Imagination des Besuchers treten.
Anita Leisz, geboren 1973, lebt und arbeitet in Wien.
 
 
FLORIAN PUMHÖSL
1. 6. – 23. 7. 2000
 

Florian Pumhösl, Covering the Room, 1998
 
Florian Pumhösl leistet in raumbildenden Installationen Rekonstruktionsarbeit über Entstehungsbedingungen einer meist verklärten Moderne. Waren vorangegangene Projekte beispielsweise alternativen, als "utopisch" bezeichneten Design- und Architekturentwürfen oder der Ästhetik politischer Ausstellungen gewidmet, so handeln die Projekte, an denen Pumhösl momentan arbeitet, von lokalen und topografischen Einschnitten, die der Transfer von Infrastruktur in nicht industrialisierte Gebiete mit sich brachte. Hier steht eine Motivik zur Diskussion, die Emanzipation und Verweigerung als Teil von Modernisierungsprozessen ausweist.
Florian Pumhösl, geboren 1971, lebt und arbeitet in Wien.

 
MARK WALLINGER
3. 8. – 24. 9. 2000
 

Mark Wallinger, Oxymoron, 1997
 
Mark Wallingers oft zitierte "Britishness" wird sowohl in seinen Themen als auch in seiner Herangehensweise an diese offenbar. Mit Ironie und Kritikfähigkeit analysiert er die Traditionen und das Wertesystem der britischen Gesellschaft und legt Anachronismen gesellschaftlicher Strukturen offen. Dabei nimmt die Welt des Sportes – allem voran Fußball und Pferderennen – einen thematischen Schwerpunkt in seinem Werk ein. Häufig greift der Künstler auf tradierte Kompositionsformeln der Malerei zurück, um diese mit neuen Inhalten aufzuladen. Wallinger bedient sich einer Vielzahl von Medien, die von Malerei über Fotografie und Video bis zu Skulptur und Installation reichen und je nach Werkzyklus in unterschiedlichen Kombinationen auftreten.
Mark Wallinger wurde 1959 in Chigwell, Großbritannien, geboren und lebt und arbeitet in London.

 
RITA McBRIDE
3. 8. – 24. 9. 2000
 

Rita McBride, Toyota, 1990
 
Rita McBride siedelt ihre Arbeiten zwischen den Bereichen Architektur, Skulptur und Design an. Dabei kommt den verwendeten Materialien besondere Bedeutung zu: McBride knüpft Kühltürme, Autos und Feuerleitern aus Weiden, stellt Topfpflanzen und Sessel aus Glas her und gießt Parkgaragen in Miniaturform aus Bronze. Diese Verfremdungen stellen den Prozess der Massenproduktion und in Verbindung damit unsere eingespielten Wahrnehmungsgewohnheiten in Frage. Zudem führen ihre verkleinerten Modelle architektonischer Strukturen die verdeckte Perfektion urbaner Architektur vor Augen. An diesen interessieren die Künstlerin auch die soziologischen Konsequenzen, die von bestimmten Architekturformen ausgelöst werden. Für die Secession befasst sich McBride mit dem unmittelbaren Umraum des Gebäudes, indem sie dessen Inselcharakter herausstreicht.
Rita McBride, geboren 1960, lebt und arbeitet in New York.
 
 
MIRJAM KUITENBROUWER
3. 8. – 24. 9. 2000
 

Mirjam Kuitenbrouwer, Auge (convex), 1999

Mirjam Kuitenbrouwer verdichtet in ihren Collagen aus Malerei, Fotos, Zeichnungen, Klebeband und Schrift unterschiedliche Perspektiven und Blickwinkel in einem Innenraum zu einem räumlichen Kontinuum. Dahinter steht das Bestreben, den gesehenen und den empfundenen, aber vom Gesichtsfeld ausgeschlossenen Raum zu einer Synthese zu bringen. Kuitenbrouwers Interieurentwürfe und perspektivische Experimente stellen zugleich eine Reflexion über das Medium Fotografie dar, was sich durch die Analogie von Camera Obscura und Innenraum ergibt. In ihren jüngsten Arbeiten setzt die Künstlerin ihre räumlichen Konzepte dreidimensional um und schafft utopisch bis surreal wirkende Landschafts- und Architekturmodelle.
Mirjam Kuitenbrouwer, geboren 1967, lebt und arbeitet in Arnhem, Niederlande.
 
 
DOUG AITKEN
18. 10 – 23. 11. 2000
 

Doug Aitken, Diamond Sea, 1997
 
Doug Aitkens Videoinstallationen beschäftigen sich mit dem Zusammenhang zwischen Natur- und Kulturbegriff. Aitken betreibt archäologische Studien in einer Medienlandschaft der absoluten Gegenwart. Dabei schafft er visuelle und räumliche Ensembles aus Film, Video, Sound und Architektur, indem er Konventionen des einen Mediums – z.B. den Videoschnitt – in ein anderes verlegt: die den Schnitt im Raum real auflösende Architektur. Aitken macht Natur- und Stadtlandschaften, deren verborgene Erzählungen er untersucht, zu Protagonisten seines Werks. Aitkens Landschaften sind niemals "natürlich", sondern gezeichnet von sozialen und zivilisatorischen Bewegungen, geformt von technologischen und politischen Zusammenhängen. So werden sie zu Metaphern für das Verhältnis von Natur und Technik, von landscape und mediascape.
Doug Aitken, geboren 1968, lebt und arbeitet in New York und Los Angeles.
 
 
AA BRONSON
5. 10 – 26. 11. 2000
 

AA Bronson, Felix, June 5, 1994, 1999
 
AA Bronson greift in seiner Arbeit vielfach auf Erfahrungen zurück, die er als Mitglied der Künstlergruppe General Idea gemacht hat; einerseits sind das die Erfahrungen, die 25 Jahre gemeinsame künstlerische Praxis mit sich brachten, andererseits die durch und mit dem Tod der beiden anderen Mitglieder von General Idea 1994 entstandenen Verschiebungen der persönlichen und professionellen Realität. Generell unter Verschluss gehaltene Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen werden im öffentlichen Raum (der Kunst) thematisiert und ausgestellt. Was einst als Tabu galt (das Private), wird mit der Ikonographie des 20. Jahrhunderts (dem Öffentlichen) verwoben um so eine neue Sicht auf das Selbst zu schaffen.
AA Bronson wurde 1946 geboren und lebt in Toronto und New York.
 
 
WALTER OBHOLZER
7. 12. 2000 – 21. 1. 2001

Walter Obholzer, Dumpling 7, 1998
 
Der Dialog zwischen abstrakten Bildmöglichkeiten und dem Ornament spielt in Obholzers Malerei ebenso eine Rolle wie das Be-deuten von Räumen und Orten. Obholzer thematisiert das Gestaltungsmittel Ornament als historische und soziologische Information, als Transportmittel von Ausdruck und Formvokabular einer Gesellschaft. Seine Formsysteme verkehren dabei die tradierte Idee der ornamentalen Wandgestaltung, indem er sie nicht direkt den Wänden appliziert, sondern auf Aluminiumtafeln mobil werden lässt. Seine Malerei wird nach ihrem "innigen Flirt" (Markus Brüderlin) mit der Wand von dieser wieder getrennt und wechselt dabei von einem "dekorativen Rahmenthema" in die Perspektive eines "gerahmten Bildthemas".
Walter Obholzer, geboren 1953, lebt und arbeitet in Wien.  

 
 
STÄNDIGE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES
 
 
 
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