Markus Geiger, Secession 1998, Foto: Matthias Herrmann
Markus Geiger, Secession 1998, Foto: Matthias Herrmann


Kurator der Ausstellung: Robert Fleck
Assistenz: Elisabeth Kamenicek
Ausstellungsarchitektur: Franz West, Heimo Zobernig, Tanja Kogler-Rainer


Die Secession
Die Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession wurde 1897 gegründet. 1898 fand ihre erste Ausstellung statt und im selben Jahr wurde auch das Secessionsgebäude fertiggestellt. Heute ist die Secession das älteste ausdrücklich der modernen Kunst gewidmete Ausstellungshaus, dessen zentrales Anliegen nach wie vor die Präsentation aktueller Entwicklungen der österreichischen und internationalen Kunst ist.
Anläßlich des 100-jährigen Jubiläums der Secession wurde Robert Fleck eingeladen, eine Ausstellung zu kuratieren.

Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit
Die Ausstellung "Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit" zeigt, anhand von mehr als 200 Werken von 130 Künstlern aus 17 Ländern, Leitmotive der Kunst des 20. Jahrhunderts und der Geschichte der Secession. Neben Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation, Film- und Videokunst umfaßt die Ausstellung auch zahlreiches Dokumentationsmaterial. Insbesonders werden Modelle, Pläne und Entwürfe zum Gebäude und zu vergangenen Ausstellungen präsentiert. Die Ausstellung basiert auf der Rückholung von Werken international renommierter Künstler, die seit 1898 in der Secession gezeigt wurden, und setzt diese Werke in Beziehung zur zeitgenössischen Kunst.

"Man konnte an einem Tag hundert Jahre zurücklegen, wenn man aus dem Künstlerhaus in die Sezession ging."
(Robert Musil, Prager Deutsche Presse, Juni 1922)


Cindy Shermann, 'Ohne Titel' Nr. 133, 1984
Cindy Sherman, "Ohne Titel", Nr.133, 1984, © Monika Sprüth Galerie, Köln, NY


Neben Arbeiten der Gründungsmitglieder Gustav Klimt, Kolo Moser, und Josef Hoffmann zeigt "Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit" Werke berühmter Künstler wie Gustave Courbet, Auguste Rodin und Giovanni Segantini aus frühen Ausstellungen der Secession. Ferdinand Hodler, Edvard Munch und Egon Schiele, die durch Ausstellungen in der Secession berühmt wurden, sind ebenfalls durch Arbeiten vertreten. Wie sehr die Secession bereits in der Vergangenheit ein Forum für junge innovative Künstler war, zeigen Ausstellungen mit Arbeiten von Max Beckmann, Wassily Kandinsky, Friedrich Kiesler, Fernand Léger, Henri Matisse, Piet Mondrian und Pablo Picasso. Künstler wie Paul Klee, Arnold Schönberg und Oskar Kokoschka hatten bereits zu einem Zeitpunkt Retrospektiven in der Secession, als sie von großen Museen noch weitgehend abgelehnt wurden.

"Auf ihre alten Tage ist die Secession jetzt in die Flegeljahre gekommen. Wer hätte das gedacht? Mein Huh ist hin. Sowas. Diese Kühnheiten, diese revolutionären Akte! Soviel Schöpferisches auf einmal!" (Alfred Schmeller, Kurier, Juli 1961 über "Who is Who", die erste Ausstellung der Wiener Aktionisten)

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die Werke von Hans Arp, Sonia Delaunay, Jackson Pollock, Pierre Soulages, Andreas Urteil und Fritz Wotruba besondere Aufmerksamkeit auf sich. In der Folge wirkte die Secession als "Gehschule" des Wiener Aktionismus und als Plattform der Avantgarde für Künstler wie Joseph Beuys, Christo und Jeanne Claude, Maria Lassnig, Eugène Leroy, Arnulf Rainer und Rudolf Steiner.

Ab den achtziger Jahren fand das Haus mit Einzelpräsentationen von Georg Baselitz, Daniel Buren, Helmut Federle, Joseph Kosuth, Sol LeWitt, Markus Lüpertz, Brice Marden, Michelangelo Pistoletto, Franz West und vielen anderen internationale Beachtung.


Joseph Beuys 'Jungfrau Basisraum Nasse Wäsche' 1979
Joseph Beuys beim Aufbau der Installation "Jungfrau Basisraum Nasse Wäsche".
Ausgestellt bei "Expansion. Vierte Internationale Graphikbiennale der Wiener Secession", 1979
Foto: Hans Nevidal, © VBK, Wien


"Sol LeWitts Raumgestaltung wird sicher unwiderruflich unter der Tünche des Anstriches verschwinden, nicht aber aus unserer Erinnerung." (Secessions-Präsident Edelbert Köb, Katalogvorwort, Juni 1988)

Die großen "Raumgestaltungen", die in der Ausstellung "Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit" anhand von Modellen und Dokumenten rekonstruiert werden, und die Malerei-Retrospektiven der letzten fünfzehn Jahre übten bemerkenswerten Einfluß auf das lokale Kunstschaffen aus. Die zeitgenössische Kunst der letzten beiden Jahrzehnte nimmt daher auch mehr als die Hälfte der Ausstellung ein. Mit speziellen Beiträgen von Künstlern wie Richard Hoeck, Leni Hoffmann, Carsten Höller, Brigitte Kowanz, Andreas Slominski und Jason Rhoades werden aktuelle Positionen vorgestellt.

"Die Ausstellung zeigt auch, daß die Secession - basierend auf der demokratisch geführten Künstlervereinigung - bis heute ihre eigenständige und unabhängige Position bewahren konnte."
(Robert Fleck)


PUBLIKATIONEN

Katalog: 'SECESSION - Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit' 100 JAHRE SECESSION
Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit

192 Seiten, 60 Farbabbildungen, zahlreiche s/w-Abbildungen
Secession, Prestel-Verlag 1998

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Erhältlich im Shop
   
100 JAHRE SECESSION

Broschüre, französisch.

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Wiedergaben der wichtigsten in diesem Jahrhundert ausgestellten Werke werden von teils unbekannten Fotodokumenten zu Künstlern und Ausstellungen der Secession und ihrem Umfeld begleitet. Die Essays stammen von Iaroslava Boubnova (Sofia), Horst Christoph (Wien), John Miller (New York), Michel Onfray (Paris) und Robert Fleck (Paris) übernahm die Dokumentation.



FÜHRUNGEN DURCH DIE AUSSTELLUNG
Geführte Rundgänge durch die Ausstellung "Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit" ermöglicht Einblicke in die 100-jährige Ausstellungsgeschichte der Secession. Gleichzeitig wird damit eine Zeitreise durch die Kunst des 20. Jahrhunderts geboten.
Jeden Samstag 15 Uhr; Sonntag 11 und 15 Uhr


KÜNSTLERINTERVIEWS FÜR SCHULKLASSEN
In Kooperation mit dem Österreichischen Kultur Service haben wir den Kurator und Künstler der Ausstellung eingeladen, in Dialoggesprächen mit SchülerInnen zur Secession Stellung zu nehmen. Diese Künstlerinterviews finden im Anschluß an einen Rundgang durch die gesamte Ausstellung mit unserem Vermittlungsteam statt.

Dienstag, 24. April 1998, 14 Uhr
Robert Fleck - Kurator der Ausstellung

Donnerstag, 30. April 1998, 14 Uhr
Küng/Margreiter/Poledna/Pumhösl ­ Ohne Titel (Analyse der Berichterstattung zum Mühl-Prozeß), 1991

Dienstag, 5. Mai 1998, 14 Uhr
Roland Goeschl - "Skulptoraumeinbau" (Modell), 1994

Donnerstag, 14. Mai 1998, 14 Uhr
Willi Kopf - Rekonstruktion des Supraportenreliefs von Josef Hoffmann, 1902/1985

Dienstag, 19. Mai 1998, 14 Uhr
Kurt Kren - "Aktionsfilme", ca. 1964-1966

Donnerstag, 28. Mai 1998, 14 Uhr
Matthias Hammer - "Olbrichs Geist hält Geschmacksverstärker gefangen" (Kugel der Secessionskuppel), 1993/94

Donnerstag, 4. Juni 1998, 14 Uhr
Otto Zitko - "o.T." (Zeichnung auf Raumplan der Secession), 1992

Dienstag, 9. Juni 1998, 14 Uhr
Elke Krystufek - u.a. "The golden Show" (Video), 1997

Donnerstag, 18. Juni 1998, 14 Uhr
Friedl Kubelka - "Gedankenreihe Cora Pongracz", 1997


AUSSTELLUNGSGESPRÄCHE
Jeden Mittwochabend finden Ausstellungsgespräche statt. Persönlichkeiten aus den diversen Kunst- und Kulturbereichen betrachten die Ausstellung von unterschiedlichen Standpunkten. Die Besucher sind eingeladen, im Dialog darauf zu reagieren.

Mittwoch, 15. April 1998, 18 Uhr,
Werner Würtinger, Präsident der Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession

Mittwoch, 22. April 1998, 18 Uhr
Robert Fleck, Kurator der Ausstellung

Mittwoch, 29. April 1998, 18 Uhr
Eleonora Louis, Kunsthistorikerin, freie Ausstellungskuratorin

Mittwoch, 6. Mai 1998, 18 Uhr
Otto Kapfinger, Architekturwissenschafter und -publizist

Mittwoch, 13. Mai 1998, 18 Uhr
Peter Weibel, Polyartist

Mittwoch, 20. Mai 1998, 18 Uhr
Marian Bisanz-Prakken, Kuratorin der Albertina für den Bereich Gustav Klimt und die Wiener Jahrhundertwende

Mittwoch, 27. Mai 1998, 18 Uhr
Sylvie Liska, Präsidentin der Freunde der Secession

Mittwoch, 3. Juni 1998, 18 Uhr
Erwin Wurm, Künstler

Mittwoch, 10. Juni 1998, 18 Uhr
Kathrin Rhomberg, Ausstellungskuratorin in der Secession

Mittwoch, 17. Juni 1998, 18Uhr
Horst Christoph, Kunstkritiker der Wochenzeitung Profil


VORTRAGSREIHE 100 JAHRE SECESSION
Die Ausstellung wird von einer Vortragsreihe mit internationalen Kunst- und ArchitekturtheoretikerInnen begleitet. Die Veranstaltung findet in Kooperation den Freunden der Secession und des Architektur Zentrums Wien.

Montag, 20. April 1998, 19 Uhr
Robert Fleck und Otto Kapfinger - Die Secession als Haus der Moderne

Montag, 27. April 1998, 19 Uhr
Catherine David - Secession 1898-1998: A Contemporary Tribute
(In französischer Sprache mit Simultanübersetzung)

Montag, 4. Mai 1998, 19 Uhr
Mark Wigley - What Happened to Total Design?
(In englischer Sprache)

Veranstaltungsort:
Architektur Zentrum Wien
Museumsplatz 1, 1070 Wien
+43-1-522 32 25
+43-1-522 31 17

Wir danken den Freunden der Secession und dem Architektur Zentrum Wien für die Unterstützung.



Wir danken unseren Sponsoren:
Erste Bank, Glaxo Wellcome, Basler Versicherung, Ericsson, art pool, museum in progress, Die Freunde der Secession, ORF - Ö1 Radio, ÖBB, Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten, .Kunst Bundeskanzleramt, Wien Kultur, ÖKS Club


 
Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an:
 
Tamara Schwarzmayr
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
Friedrichstraße 12, 1010 Wien
Tel: +43-1-5875307-10, Fax: +43-1-5875307-34
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